IKT-Warentest „Drosselorgane“: GUT bis MANGELHAFT – Ergebnisse breit gestreut

eingebaute Drossel im Versuchsstand

Die Drosseln werden im Labor unter realitätsnahen, reproduzierbaren Bedinungen getestet.

Das IKT hat sechs hydromechanische Drosseleinrichtungen für Regenbecken in einem unabhängigen Warentest vergleichend untersucht. Die Ergebnisse sind breit gestreut: Sie reichen von GUT (2,1) bis MANGELHAFT (5,0). Eine Drossel konnte aus technischen Gründen nicht bewertet werden.

Ergebnistabelle
Warentest-Bericht

Diese sechs Drosseln waren beim IKT-Warentest „Drosselorgane“ dabei:

  • HydroSlide Automatikregler Giehlmatic (Steinhardt GmbH Wassertechnik, Taunusstein) – GUT (2,1)
  • APA-SSD 200 Typ II (APA Abwassertechnik GmbH, Pfedelbach-Windischenbach) – BEFRIEDIGEND (3,3)
  • Waage-Drossel Typ II (bgu-Umweltschutzanlagen GmbH, Bretzfeld) – BEFRIEDIGEND (3,3)
  • Turbo-Wirbeldrossel TUR 3,3 DN 200 (UFT Umwelt- und Fluid-Technik Dr.H.Brombach GmbH, Bad Mergentheim) – BEFRIEDIGEND (3,5)
  • Alpheus Abflussbegrenzer Automatic Typ AA (Biogest AG, Taunusstein) – MANGELHAFT (5,0)
  • Strahl-Drossel Typ I (bgu-Umweltschutzanlagen GmbH, Bretzfeld) – NICHT BEWERTET

Nur ein Produkt besteht alle Teilprüfungen

Skizze des Versuchsaufbaus

Versuchsaufbau beim IKT-Warentest „Drosselorgane“

Nur eines der getesteten hydromechanischen Drosselorgane konnte den geforderten Sollabfluss sowohl mit Klarwasser als auch mit Schmutzwasser in allen Teilprüfungen über den relevanten Messbereich sicherstellen. Ein Produkt versagte in allen hydraulischen Prüfungen. Insgesamt wurden als Prüfurteile einmal „GUT“, dreimal „BEFRIEDIGEND“ und einmal „MANGELHAFT“ vergeben.

SüwVO-Prüfung mit Klarwasser meist bestanden

Die Prüfung mit Klarwasser nach der nordrhein-westfälischen Selbstüberwachungsverordnung (sog. SüwVO I-Prüfung) wurde im Verlauf des Prüfprogramms je Drosselorgan fünfmal durchgeführt und von fast allen Produkten nahezu durchweg und ohne Probleme bestanden. Scheinbar sind fast alle Produkte gerade für diese Prüfbedingungen optimal ausgelegt.

Betriebsbeanspruchungen beeinträchtigen Leistungsfähigkeit

Prüfaufbau Warentest Drosseln

Prüfaufbau: rechts das Regenbecken, mittig der Drosselschacht, links der Ablauf, im Hintergrund die Sammel- und Vorlagebehälter

Jeweils vier von sechs Drosselorganen zeigten schlechte Prüfergebnisse, wenn die Prüfungen nach Betriebsbelastung, im ungereinigten Zustand und mit Schmutzwasser durchgeführt wurden (sog. Betriebstauglichkeit II-Prüfungen). In jeweils drei Fällen wurde sogar die Teilnote „ungenügend“ vergeben.

Verlegebeseitigung häufig aktiviert

Im Test zeigte sich, dass eine Verlegebeseitigung unbedingt notwendig ist. Etwa die Hälfte der Störkörper-Versuche führte zu einer Verlegung, bei der die automatische Verlegebeseitigung des Drosselorgans aktiviert werden musste. In über 80 Prozent der Fälle konnten die Störkörper vollständig beseitig werden, in den übrigen Fällen blieben Störkörper im Bereich des Drosselorgans zurück, so dass weitere Betriebsrisiken nicht auszuschließen sind. Eine bleibende Verlegung mit Funktionsausfall konnte im Rahmen der Versuche allerdings nicht beobachtet werden.

Kaum Gebrauchsspuren, selten Korrosionsrisiken

Roland W. Waniek

IKT-Geschäftsführer Dipl.-Ök. Roland W. Waniek begrüßt die Besucher zur Präsentation der neuesten Warentest-Ergebnisse.

Hinsichtlich des Gesamtzustands und des Korrosionsrisikos waren nach Abschluss des Prüfprogramms kaum Auffälligkeiten festzustellen. Drei von sechs Drosseln zeigten sogar keinerlei nennenswerte Gebrauchsspuren und Korrosionsrisiken. Sie erhielten Teilbewertungen mit Noten von 1,2 bis 1,3.

Große Lücken bei Qualitätssicherung

Mehr als 40 Prozent der geforderten Dokumente und Nachweise zur Qualitätssicherung konnten von den Anbietern nicht beigebracht werden. Zwar wurden die Teilkriterien „Drossel-Kenndaten“, „Garantiebereich“, „Nachweis des Ex-Schutzes“ und „Betriebs-, Wartungs- und Einbauanleitung“ vielfach erfüllt. Allerdings zeigten sich bei den Kriterien „Betriebsanweisungen und Gefährdungsbeurteilungen“, „Schulungsangebot“, „Qualifikationsnachweise“ und „Eigenüberwachung“ große Lücken.

Lenkungskreismitglieder untersuchen Drosseln

Mitglieder des Lenkungskreises untersuchen gemeinsam mit Projektleiter Markus Gillar (unten) die Drosseln nach dem Ausbau.

Der IKT-Watentest „Drosselorgane“ wurde gefördert durch das NRW-Umweltministerium. An diesem IKT-Warentest und an dem Partnerprojekt „Sonderfragen der Hydraulik“ waren folgende Netzbetreiber inhaltlich und finanziell beteiligt:

  • Emschergenossenschaft
  • Erftverband (als Antragsteller)
  • Niersverband
  • Ruhrverband
  • Stadt Rheda-Wiedenbrück
  • Stadtentwässerung Frankfurt am Main
  • Technische Betriebe Velbert AöR
  • Technische Werke Burscheid AöR
  • Wasserverband Eifel-Rur
  • Wirtschaftsbetriebe Duisburg AöR
  • Wirtschaftsbetrieb Hagen – WBH (AöR)
  • Wupperverband
  • Zweckverband Wasser und Abwasser Vogtland

Ergebnistabelle
Warentest-Bericht

Ansprechpartner

Serdar Ulutaş

Dipl.-Ing. (FH) Serdar Ulutaş, MBA, Leiter IKT-Warentest, stellt die Ergebnisse im Detail vor.

  • Dipl.-Ing. (FH) Serdar Ulutaş, MBA
    Leiter IKT-Warentest
    Telefon: 0209 17806-32
    E-Mail: ulutas@ikt.de
  • Dipl.-Ing. Markus Gillar
    Projektleiter
    Telefon: 0209 17806-46
    E-Mail: gillar@ikt.de
  • Marcel Goerke, M.Sc.
    Leiter IKT-Prüfstelle für Durchflussmessung
    Telefon: 0209 17806-34
    E-Mail: goerke@ikt.de