Mehr Verständnis für Kanalbaustellen: Abwasserbetriebe produzieren eigenen Bürgerinfo-Film

Halteverbotsschild wegen Kanalbauarbeiten

Verdruss bei Anwohnern und Verkehrsteilnehmern: Kanalbaustellen können nervige Verkehrsbehinderungen und Lärmbelastungen mit sich bringen. Ein Infor­ma­tions­film soll Verständnis wecken.

Um bei den Bürgerinnen und Bürgern die Bereitschaft zur Akzeptanz von Kanalbaumaßnahmen zu erhöhen und Verständnis für nötige Arbeiten zu wecken, haben sich mehrere Abwasserbetriebe zusammengetan, um einen professionellen Infor­ma­tions­film zu produzieren. Der Film wird die wichtigsten Bürgerfragen aufgreifen und typische Bau­abläufe im Kanal­bau ver­ständ­lich erklären. Er soll auf den Websites der Netz­be­treiber abrufbar sein, in den Sozialen Medien verbreitet und bei Bürger­ver­samm­lungen gezeigt werden.

Der Film wird im Intro und Outro für jeden teilnehmenden Netzbetreiber individualisiert, damit er die Zuschauerinnen und Zuschauer persönlicher anspricht und optimal in die Öffentlichkeitsarbeit der Kommune eingebettet werden kann.

Beteiligung noch möglich!

Kamerateam an einem Straßeneinlauf

Der Film soll die Bereitschaft zur Akzeptanz von Kanalbaustellen bei Anwohnern und Verkehrsteilnehmern erhöhen.

Das Kommunale Netzwerk Abwasser (KomNetABWASSER) koordiniert das Projekt. Die Projektbeteiligten sind aber kein geschlossener Club. Weitere Mitstreiter sind herzlich willkommen – auch über den Kreis der KomNet-Teilnehmer hinaus. Die Produktionskosten sind im Übrigen ansatzfähig für die Abwassergebühr.

Finanzierung gesichert

Die Kosten werden in der Gruppe der Projektteilnehmer geteilt. Der Kostenbeitrag wurde dabei niedrig angesetzt in der Erwartung, dass genügend Abwasserbetriebe teilnehmen. Und die Erwartung wurde nicht enttäuscht: Elf Netzbetreiber sind bereits dabei (siehe Infobox). Den Film wird es also definitiv geben. Geplant ist, dass er noch in diesem Jahr Premiere feiert.

Schon mit dabei:
  • Burscheid
  • Dortmund
  • Emsdetten
  • Göttingen
  • Hagen
  • Hamm
  • Herne
  • Korschenbroich
  • Lünen
  • Rheda-Wiedenbrück
  • Selm

(Stand: 18. Juni 2020)

Kamera läuft bald

Zurzeit wird in enger Abstimmung mit dem Projekt-Lenkungskreis am Drehbuch für den Film geschrieben. Die beteiligten Abwasserbetriebe bringen ihre Erfahrungen, Bedürfnisse und Fragestellungen ein. Realbildaufnahmen und Animationen von Kanalbaumaßnahmen erklären und veranschaulichen die Abläufe und fördern Verständnis der Bedeutung für die Daseinsvorsorge. Eine professionelle Sprecherstimme führt durch den Film.

Profitieren auch Sie!

Jeder teilnehmende Abwasserbetrieb profitiert so von dem Projektergebnis und kann den Kanalbau-Film für seine Bürgerberatung und Öffentlichkeitsarbeit nutzen. Der Film steht den Teilnehmern in der jeweils individuellen Fassung exklusiv zur Verfügung. Eine allgemeine Fassung des Films soll später vermarktet werden und so auch Rückerstattungen von Kostenbeiträgen ermöglichen.

Portrait einer blonden Frau mit langen Haaren

Noch Fragen? Melden Sie sich gerne bei Projektleiterin Kathrin Sokoll.

Haben wir Ihr Interesse an diesem Verbundprojekt geweckt? Dann nehmen Sie doch unverbindlich Kontakt auf!

Ansprechpartnerin

Dipl.-Ing. (FH) Kathrin Sokoll
Tel. 0209 17806-17
E-Mail: kathrin.sokoll@ikt.de

 

 

Das ist das KomNetABWASSER!

Logo des KomNetABWASSERDas Kommunale Netzwerk Abwasser ist eine Initiative von rund 60 Abwasser­betrieben. Ziel ist es, die kom­mu­nale Abwasser­beseiti­gungs­pflicht gemeinsam besser und bürger­freund­licher umzusetzen – mög­lichst kosten­günstig und im Einklang mit den allgemein anerkannten Regeln der Technik. Das Netzwerk nutzt dazu gemeinsam die Service­leistungen des IKT. So muss nicht jeder das Rad immer wieder selbst neu erfinden.

Grafik mit drei bunten Kreisen zu den Tätigkeitsfeldern des KomNetABWASSERMotor, Ideengeber, Sparringspartner
Das KomNetABWASSER versteht sich als Anstoßgeber und Unterstützer für die teilnehmenden Kommunen. Aktuelle Themen, die die Kommunen dann aufgreifen möchten, werden wissenschaftlich aufgearbeitet und praktisch begleitet.

Interesse? Hier erfahren Sie mehr über das KomNetABWASSER.
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Premiere: IKT-Fahrzeug-Check Kanalreinigung erstmals live im Internet übertragen

Wasser schießt aus Rohr vor orangefarbenem Kanalreinigungsfahrzeug

IKT-Fahrzeug-Check Kanalreinigung: Kenntnis der Parameter hilft Spülschäden zu vermeiden.

In besonderen Zeiten muss man sich etwas Besonderes einfallen lassen. Der IKT-Fahrzeug-Check Kanalreinigung, bei dem Abwasserbetriebe die Leistungsfähigkeit ihrer Spülfahrzeuge testen lassen können, hat sich schon seit Jahren bewährt. Doch um in Corona-Zeiten Betreiber im In- und Ausland über dieses Angebot zu informieren, wurde jetzt auf Initiative des Kommunalen Netzwerks Abwasser (KomNetABWASSER) erstmals ein solcher Fahrzeug-Check live im Internet übertragen.

Prüfung mit Hochdruck

Drei große Hochdruck-Spülfahrzeuge auf dem Hof des IKT – zwei orange, eins weiß-blau –, Diesel-Motoren im Leerlauf, Pumpen drehen hoch, Wasser schießt aus dem Prüfstand, die Messgeräte spucken Daten zu Druck und Durchfluss aus. Frank Bersuck, Leiter Messtechnik im IKT, hat den Monitor im Blick, auf dem die Messwerte zusammenlaufen. Er gibt dem Düsenpilot am Fahrzeug Zeichen, den Druck zu erhöhen.

Mann hockt vor Kanalrohr und filmt Test einer Kanalreinigungsdüse mit dem Smartphone

Ganz nah dran: Marco Schlüter filmt und kommentiert den Fahrzeug-Check live für die Online-Gäste.

Und mittendrin Marco Schlüter, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im IKT und Leiter des KomNetABWASSER. Bewaffnet mit Kamera und Mikro erklärt er den Zuschauerinnen und Zuschauern im virtuellen GoToMeeting-Konferenzraum, was gerade passiert. Er fragt Sebastian Busch, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im IKT und verantwortlich für den Fahrzeug-Check, nach den Details der Prüfungen und interviewt Barbara Grunewald von der IKT-Prüfstelle für Bauprodukte zur Bedeutung der DIN 19523, die Reinigungsparameter für die Zulassung von Rohrwerkstoffen vorgibt, für die Einstellung des Reinigungsdrucks am Fahrzeug, um Spülschäden zu vermeiden. Zwischendurch beantwortet er immer wieder die Fragen der Zuschauer im Konferenzraum.

Mit dem richtigen Druck durchs Rohr flitzen

Nach „viel Druck“ kommt oft „zu viel Druck“, weiß Sebastian Busch. Und das gilt es bei der Kanalreinigung zu vermeiden, um den Dreck zu entfernen und dabei die Leitungen zu schonen. Er erklärt es so: „Wer beim Autorennen zu viel Gas gibt, fliegt aus der Bahn. Wer bei der Kanalreinigung zu viel Druck macht, macht womöglich die Rennstrecke kaputt.“ Beim Auto merkt man sehr direkt, wann man es übertreibt. Doch wer weiß schon, wieviel Druck bei seinem Reinigungsfahrzeug wirklich an der Düse ankommt. „Vollgas und ab dafür kann auf Dauer teuer werden“, warnt Busch.

Mann in gelber Arbeitsjacke zeigt Daumen hoch

Mehr Druck! Frank Bersuck, Leiter Messtechnik, ermittelt Druck und Durchfluss bei verschiedenen Lastzuständen der Pumpe.

Aber auch zu wenig Druck kann schlecht sein. Auf dem Racetrack müsste man dann noch eine Runde drehen, während die anderen schon im Ziel sind. Bei der Kanalreinigung muss man möglicherweise noch mal mit der Düse durchgehen. Das kostet Zeit, Wasser und Diesel. Um optimal reinigen zu können ist es deshalb wichtig, das eigene Spülfahrzeug genau zu kennen. Rennfahrer kennen ihre Wagen ja auch in- und auswendig. „Da hilft unser IKT-Fahrzeug-Check Kanalreinigung“, sagt Busch. „Dabei ermitteln wir genau, welcher Pumpendruck bei welcher Düse welchen Reinigungsdruck erzeugt.“

Kleines Fahrer-Training

Beim IKT-Fahrzeug-Check Kanalreinigung werden in der IKT-Boxengasse die wichtigsten Leistungsparameter präzise ermittelt. So lernen die Piloten ihre Fahrzeuge besser kennen und werden für die Feinheiten der Kanalreinigung sensibilisiert. Mit welcher Düse und welchem Pumpendruck lässt sich das gewünschte Ergebnis erzielen? Die Teilnehmer am jüngsten IKT-Fahrzeug-Check wissen es jetzt. So können sie Schäden am Rohr vermeiden, die durch unwissentlich zu hohen Druck entstehen können, und reinigen trotzdem effektiv, zügig und ressourcenschonend.

Messen, prüfen, kontrollieren

Wasser schießt aus Rohr, im Hintergrund eine Messeinrichtung

Druckvoll reinigen, aber Spülschäden vermeiden – während des Fahrzeug-Checks werden die genauen Parameter für das jeweilige Spülfahrzeug ermittelt.

Und das passiert beim IKT-Fahrzeug-Check:

  • Überprüfung der HD-Pumpe (Soll-Ist-Vergleich)
  • Messung der Fahrzeugparameter mit der IKT-Normdüse
  • neutrale Kontrolle der Leistungskennwerte von HD-Düsen (Druck an der Düse)
  • Ermittlung von Düsenkennlinien (Druck am Fahrzeug zu Druck an der Düse)
  • Bestimmung der Spülstrahlleistungsdichte in Anlehnung an DIN 19523

Betriebsstoffe einsparen

Die beim Fahrzeug-Check gemessenen Leistungen werden in einem Prüfprotokoll mit Diagrammen, Tabellen und Bildern bescheinigt. Anhand der Ergebnisse werden Optimierungspotenziale an den Reinigungsfahrzeugen aufgezeigt. So lassen sich zukünftig Druckverluste vermeiden und Betriebsstoffe einsparen – für eine Material schonende, aber effiziente Reinigung.

Mann in hellblauem Hemd zeigt auf Flipchart

Aha-Effekt: Die Ergebnisse zeigen, welcher Druck überhaupt an der Reinigungsdüse anliegt.

Nach den Tests bespricht Sebastian Busch im Fahrerlager die Ergebnisse mit den Fahrzeugteams. Einen kleinen Exkurs in Sachen Arbeitssicherheit bei der Kanalreinigung zur Auffrischung gibt IKTs Arbeitssicherheitsexperte Marcel Goerke noch dazu. Als letzte Amtshandlung überreicht Fahrzeug-Check-Leiter Busch noch gerahmte Urkunden fürs Büro oder für den Flur im Betrieb und Fahrzeug-Check-Aufkleber für die getesteten Spülwagen.

Mitmachen und für die Praxis profitieren!

Der nächste IKT-Fahrzeug-Check Kanalreinigung im IKT ist für den 1. September 2020 angesetzt. Melden Sie sich an und kommen Sie mit Ihrem Spülfahrzeug vorbei! Oder auch ohne, wenn Sie sich den Fahrzeug-Check erst einmal anschauen möchten (vorausgesetzt die dann geltenden Corona-Regeln lassen das zu).

mann in hellblauem Hemd überreicht Urkunde an Mann in orangefarbener Arbeitskleidung

Urkunde fürs Büro, Aufkleber fürs Fahrzeug – das dokumentiert die Teilnahme am IKT-Fahrzeug-Check.

Wir kommen aber gerne auch zu Ihnen! Vereinbaren Sie mit uns einen individuellen Termin für Ihren Fahrzeug-Check. Vielleicht tun Sie sich dazu mit Abwasserbetrieben aus der Umgebung zusammen. Dann gibt’s noch einen interkommunalen Erfahrungsaustausch obendrauf.

Wie auch immer… Nehmen Sie gerne einfach unverbindlich Kontakt mit uns auf!

Das KomNetABWASSER plant übrigens nach der erfolgreichen Broadcast-Premiere, auch den nächsten Fahrzeug-Check wieder live zu übertragen. Seien Sie dabei!

Abonnieren Sie unseren Newsletter und bleiben Sie auf dem Laufenden!

Ansprechpartner

  • Sebastian Busch, M.Sc.
    Leiter IKT-Fahrzeug-Check
    Telefon: 0209 17806-38
    E-Mail: busch@ikt.de
  • Dipl.-Ing. Marco Schlüter
    Leiter KomNetABWASSER
    Telefon: 0209 17806-31
    E-Mail: schlueter@ikt.de

 

Impressionen vom IKT-Fahrzeug-Check Kanalreinigung

 




Wir laden ein: IKT-Fahrzeug-Check Kanalreinigung live im Online-Video-Broadcast

Wasser spritzt aus Rohr vor drei Kanalreinigungsfahrzeugen

IKT-Fahrzeug-Check Kanalreinigung live im Netz: Welcher Druck kommt an der Düse an? Beste Fahrzeugkenntnis für optimale Reinigung

Macht die Pumpe ordentlich Druck? Kommt der Druck auch an der Düse an? Wie wird optimal gereinigt? Beim IKT-Fahrzeug-Check Kanal­rei­ni­gung werden die in der Praxis oft unbekannten Leistungs­para­meter präzise ermittelt. Seien Sie am Dienstag, den 9. Juni 2020 von 10:30 bis 12 Uhr live dabei in unserem Online-Video-Broadcast und lernen Sie den Fahrzeug-Check kennen!

Live-Video-Broadcast: IKT-Fahrzeug-Check Kanalreinigung

Dienstag, 9. Juni 2020, 10:30-12 Uhr
Teilnahme kostenfrei! Der Arbeitskreis Kanalbetrieb im Kommunalen Netzwerk Abwasser lädt Sie ein!
Folgen Sie ab 10 Uhr diesem Teilnahme-Link: global.gotomeeting.com/join/895271805

Programm

  • Begrüßung und aktuelle Nachrichten für Kanalbetriebe
  • LIVE-VORFÜHRUNG: Fahrzeug-Check für Spülfahrzeuge
  • Diskussion der Ergebnisse und Erfahrungsaustausch
  • Praxis-Ausrichtung des Fahrzeug-Checks im Arbeitskreis

Pumpenleistung? Düsenkennlinie? Spülstrahlleistung? Spülschäden?

Hand an Kanalreinigungsdüse

Optimierungspotenzial: Wie arbeiten Pumpe und Düse für ein sauberes Reinigungsergebnis zusammen?

Düsendruck und Durchfluss der HD-Pumpe können einerseits zu aggres­siv sein und Kanalschäden verursachen, andererseits kann die Leistung zu schwach sein – mit der Folge unzu­reichender Reinigung. Ziel des Fahrzeug-Checks für Hoch­druck­spül- und Saug­fahr­zeuge ist es, solche Risiken zu minimieren. Darüber hinaus können die Betreiber nach der Prüfung sicher sein, leistungs­fähige und zuver­lässige Reini­gungs­fahr­zeuge bei der Kanal­reinigung einzusetzen.

Drei Fahrzeuge werden am 9. Juni 2020 im IKT auf Herz und Nieren – eher auf Pumpe und Düse – getestet. Aber auch das Betriebs­personal lernt die Fahr­zeuge besser kennen. Besonders die Kenntnis des einge­setzten Drucks ist von großer Bedeutung. Denn die Fahr­zeuge sind sehr stark. Manchmal zu stark, und dann leidet der Kanal.

Fahrzeug-Check: Erkenntnisgewinn für bessere Reinigung

Mann sitzt vor Laptop, Personen in Arbeitskleidung stehen um ihn herum

Protokoll: Aus den gemessenen Daten werden werden Optimierungspotenziale abgeleitet.

Das Arbeitsprogramm des IKT-Fahrzeug-Checks umfasst:

  • Überprüfung der HD-Pumpe (Soll-Ist-Vergleich)
  • Messung der Fahrzeugparameter mit der IKT-Normdüse
  • neutrale Kontrolle der Leistungskennwerte von HD-Düsen (Druck an der Düse)
  • Ermittlung von Düsenkennlinien (Druck am Fahrzeug zu Druck an der Düse)
  • Bestimmung der Spülstrahlleistungsdichte in Anlehnung an DIN 19523

Die beim Fahrzeug-Check gemessenen Leistungen werden in einem Prüfprotokoll bescheinigt. Anhand der Ergebnisse werden Opti­mie­rungs­poten­ziale an den Reini­gungs­fahr­zeugen aufgezeigt. So lassen sich zukünftig Druck­verluste vermeiden sowie Betriebs­stoffe einsparen – für eine Material schonende aber effiziente Reinigung.

Ganz einfach dabei sein!

Gruppenbild mit vier Personen in Arbeitskleidung, ein Mann hält eine Urkunde

Mehrwert mit Brief und Siegel: Dieses Team kennt sein Fahrzeug jetzt besser.

Folgen Sie einfach diesem Teilnahme-Link!
Es ist in der Regel keine Installation von Software nötig.
Das Webmeeting wird ab ca. 10 Uhr für einen Technik-Check geöffnet.
Die Teilnahme an der moderierten Online-Übertragung ist kostenfrei.

Erfahren Sie mehr über den IKT-Fahrzeug-Check Kanalreinigung!

Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Marco Schlüter
Leiter Kommunales Netzwerk Abwasser
Tel.: 0209 17806-31
E-Mail: schlueter@ikt.de
Website des KomNetABWASSER

 




Großprofile: Reparieren oder rausreißen? Zerstörungsfrei prüfen mit dem MAC-System

MAC-Einsatz im Kanal, Prüfer kontrolliert Bedieneinheit

Mit dem MAC-System in Rohr und Boden „schauen“: Zerstörungsfreie Prüfung der Standsicherheit von großen Kanälen

Zerstörungsfreie Prüfungen im Kanal mit dem MAC-Gerät und ergänzende Berechnungen am Computer liefern verlässliche Daten für den statischen Nachweis und die Auswahl des Sanierungsverfahrens. Oder die Sicherheit, dass alles in Ordnung ist.

Sanierungsbedarf bei großen Sammlern kann auf drei Ebenen bestehen: Hydraulik, Dichtheit und Standsicherheit. Wenn die Hydraulik nicht stimmt, merkt man es. Wenn Grundwasser eindringt, sieht man es. Wenn Abwasser exfiltriert, vermutet man es. Aber wenn die Standsicherheit nicht mehr gegeben ist, droht es wirklich böse zu werden.

Beim Thema Standsicherheit ist deshalb Sicherheit das wichtigste. Da verbieten sich Kompromisse. Deshalb gilt es, bei der Überprüfung der Standsicherheit so viele verlässliche Daten wie möglich zu erheben, um auf dieser Basis den Zustand des Rohr-Boden-Systems möglichst genau einschätzen zu können und – falls Handlungsbedarf besteht – begründete Entscheidungen über die zu treffenden Maßnahmen zu fällen.

Rausreißen oder nicht?

Wie steht es denn nun um die Großprofile? Rausreißen und neu bauen? Reicht eine Substanzverbesserung? Oder ist alles in Ordnung? Wenn man doch nur in die Rohrwandung hinein schauen könnte… Oder durch das Rohr in die Bettung

MAC-Gerät im Einsatz, Prüfer positioniert Sensor

Mit dem MAC-System lassen sich mit zerstörungsfreien In-situ-Prüfungen und anschließenden Berechnungen der Zustand sowohl des Rohrs als auch des Bodens präzise bestimmen.

Es gibt tatsächlich eine Methode, die mit zerstörungsfreien In-situ-Prüfungen und anschließenden Computerberechnungen den Zustand des Rohrs und die Bettungsverhältnisse präzise erfassen kann. Das MAC-System (Mechanical Assessment of Conduits) wurde von Eau de Paris, dem Wasserbetrieb der französischen Hauptstadt, entwickelt. Das IKT hat dieses System für den Einsatz in kleineren Durchmessern ab DN 1000 angepasst und die eingesetzte Mess- und Regeltechnik weiterentwickelt sowie teilweise automatisiert.

„Mithilfe unseres Systems können Netzbetreiber ökologisch und ökonomisch sinnvolle Kanalsanierungsstrategien beschreiten“, sagt Dipl.-Ing. Martin Liebscher, Projektleiter im IKT. „Dieses Verfahren bietet Vorteile für die Standsicherheitsbeurteilung von Großprofilen und die Qualitätskontrolle von durchgeführten Sanierungsarbeiten.“

MAC schaut in die Bettung

Denn mit dem MAC-System kann man tatsächlich bis in die Bettung „schauen“. Mit ihm kann die Standsicherheit von Beton- und Mauerwerkskanälen mit Nennweiten zwischen DN 1000 und DN 3000 geprüft werden. Es lässt sich herausfinden, ob eine Haltung Schwachstellen hat und – wenn ja – wo diese liegen. Mithilfe anschließender umfangreicher Berechnungen können sogar Aussagen über die Art der Schwachstelle getroffen werden. Ist die Rohrwand geschwächt? Oder ist die Bettung nicht mehr in Ordnung?

Das MAC-Verfahren liefert…
…umfassende Informationen über das Rohr-Boden-System.
…Hinweise, wo nähere Untersuchungen zur Qualität und Geometrie des Sammlers sinnvoll sind.
…zusammen mit den Ergebnissen von FE-Berechnungen und Bohrkernentnahmen die Grundlage für statische Nachweise.

Das MAC-Verfahren ermöglicht…
…Sanierungsmaßnahmen zielgerichtet auf die jeweilige Schwachstelle auszurichten.
…sehr zuverlässige Standsicherheitsbeurteilungen.

Das MAC-Verfahren eignet sich auch…
…zur Qualitätssicherung ausgeführter Sanierungsarbeiten.
…zur wiederkehrenden Kontrolle statisch kritischer Bereiche.
…zur Kontrolle der Einbau- und Bettungsverhältnisse im Rahmen einer Neubaumaßnahme.

Kontrollierte Kraft

Dazu wird im Kanal mit einer hydraulischen Presse kontrolliert eine Kraft auf die Rohrwandung ausgeübt und eine minimale Ovalisierung des Kanalquerschnitts erzeugt. Die zulässige Deformation und die eingeleitete Kraft werden durch eine Vorberechnung ausreichend klein gehalten, um Beschädigungen an der Kanalstruktur in jedem Fall zu verhindern.

Berechnungen bringen Ergebnisse

Grafiken FE-Modell

Diskretisiertes FE-Modell des Kanals (orange) im umgebenden Boden (gelb) mit Lastansatz durch MAC-Gerät (Pfeile) (links im Bild) und resultierende Verschiebungen in Kanalwand und Boden quer zur Kanalachse (qualitativ) aufgrund der Belastung (rechts)

Die resultierenden Deformationen werden an geeigneten Stellen mit Hilfe von Wegaufnehmern gemessen und finden Eingang in eine computergestützte Simulation. Dabei wird ein dreidimensionales FE-Modell (Finite-Elemente-Modell) des Kanals mit der entsprechenden Testsituation erstellt und durch geschickte Parametervariation der Zustand von Rohr und Bettung für alle Untersuchungspunkte ermittelt. Die Ergebnisse liefern verlässliche Eingangsdaten für den statischen Nachweis und konkrete Hinweise für wirkungsvolle Sanierungsmaßnahmen.

MAC im Einsatz

Bei Standsicherheitsproblemen stehen fünf wichtige Ziele im Vordergrund:

  • Schwachstelle finden
  • Reparatursystem identifizieren
  • Schwachstelle beseitigen
  • Reparaturerfolg überprüfen
  • Langzeitwirkung nachweisen

Die Vorgehensweise bei der Durchführung einer Instandhaltungsmaßnahme von der Zustandserfassung bis zur langfristigen Qualitätsüberprüfung ist immer ähnlich. Zunächst verschaffen sich die Prüfer bei einer Begehung des Kanals einen ersten Überblick. Dabei werden die für die MAC-Prüfungen relevanten Parameter – beispielsweise wechselnde Profilweiten- und -höhen, Anschlüsse und Zuläufe sowie aussteifende Bauteile – mit erfasst. Zu diesem Zeitpunkt werden auch das Messraster und die Lage der Messpunkte für die MAC-Prüfung festgelegt. Im Anschluss wird die erste MAC-Prüfung durchgeführt.

Messungen im Kanal

Modul des MAC-Systems wird durch Schachtöffnung abgelassen.

Schnell einsatzbereit: Das MAC-Gerät lässt sich mit wenigen Handgriffen so zerlegen, dass es durch eine normale Schachtöffnung hinabgelassen werden kann.

Das MAC-Gerät kann ohne großen Aufwand in Module zerlegt und so durch einen normalen Schachtkopf in den Kanal abgelassen werden. Unten wird das Messgerät für die Prüfungen wieder zusammengebaut.

Geringe Verformung, große Erkenntnis

Mit einem starken Druckzylinder wird bei den Prüfungen so viel Kraft auf die Wände des Kanals aufgebracht, dass diese sich kontrolliert um wenige Zehntelmillimeter auseinander bewegen, ohne dass der Kanal beschädigt wird. Feine Sensoren messen die entstehende Verformung im Bereich der Druckstempel und in jeweils etwa einem Meter Entfernung davor und dahinter. Die sehr geringe Verformung reicht aus, um unter Einbeziehung des Verformungsbilds und der eingesetzten Kraft den Zustand von Rohr und Boden ableiten zu können.

Vor den Messungen wird eine erste Vergleichsrechnung am Computer durchgeführt. Hierdurch soll festgestellt werden, in welchem Erwartungsbereich die Messwerte liegen sollten. Abweichungen fallen dadurch sofort auf. An diesen Stellen kann dann im Zweifelsfall gleich noch einmal nachgemessen werden. Werden die aus dem zu erwartenden Rahmen fallenden Messwerte bestätigt, wäre eine solche Stelle ein Kandidat für weitere Untersuchungen zum Beispiel durch eine Bohrkernentnahme oder eine Aufschlussbohrung.

Schwachstellen erkennen

Nach den Messungen liegen für den betreffenden Kanalabschnitt die entsprechenden Steifigkeiten des Gesamtsystems im vorher festgelegten Messraster vor. Anhand der Messwerte lässt sich eine komplette Haltung dann in Zonen gleicher Rohr-Boden-Steifigkeit einordnen. Man kann also direkt potenzielle Schwachstellen finden. Anschließend können zielgerichtet die Stellen für nähere Untersuchungen zur Qualität und Geometrie des Sammlers in Form von Bohrkernuntersuchungen festgelegt werden.

Computergestützte Berechnungen

Grafik zur Zonierung der Gesamtsteifigkeiten

Ergebnisse einer MAC-Prüfung: Grafische Darstellung der Gesamtsteifigkeiten (KG) mit Zoneneinteilung

Bei den In-situ-Messungen kann naturgemäß nur die Gesamtreaktion des Rohr-Boden-Systems erfasst werden. Die dabei resultierenden Werte sind reine Rechengrößen und vom Versuchsaufbau sowie der Kanalstruktur abhängig. Um aus diesen Messungen reale, handhabbare Werte ableiten zu können, die Eingang in eine Statik finden können, ist eine kleine Hilfe notwendig. Das gesamte Rohr-Boden-System wird in einem dreidimensionalen FE-Modell simuliert. Hierfür muss die Geometrie des Kanals (Form und Wanddicke) zum Beispiel aus Schnittzeichnungen und den Bauunterlagen bekannt sein. Danach kann gerechnet werden.

Die Messungen in Kombination mit den Berechnungen liefern detaillierte Ergebnisse und eröffnen ungeahnte Möglichkeiten. „Wir können mithilfe der unterstützenden FE-Berechnungen zum Beispiel herausfinden, ob ein Rohr längs oder quer gerissen ist, und auch zwischen Altrohrzustand I und II unterscheiden. Das ist wichtig für die Entscheidung über das Sanierungsverfahren“, erklärt Dr.-Ing. Mark Klameth, Fachmann für FE-Berechnungen im IKT. „Oder wir finden anhand des spezifischen Verformungsbilds eine Schwachstelle in der Bettung. Das MAC-Verfahren lässt sich auch verwenden, um mit wiederkehrenden Prüfungen den Zustand einer Haltung in regelmäßigen Intervallen zu überprüfen.“

Eingangsdaten für statischen Nachweis

MAC-Prüfungen und FE-Berechnungen bilden ein Gesamtpaket. Die Messdaten aus dem Test und die berechneten E-Moduln aus der FE-Analyse ermöglichen Aussagen über die Gleichförmigkeit des Rohr-Boden-Systems über die gesamte Haltungslänge. Die errechneten E-Moduln sind die verlässlichen Eingangswerte für die Berechnung der Rohrstatik, die in der Regel spezialisierte Ingenieurbüros durchführen. Liegen detaillierte Planunterlagen vor oder sind Wanddicken und Festigkeiten anhand von Bohrkernen ermittelt worden, kann ein statischer Nachweis nach DWA-A 127 beziehungsweise DWA-A 143-2 geführt werden.

Entscheidungsgrundlage für Sanierung

MAC-Gerät im Einsatz im Hamburger Untergrund

Mauerwerkskanal in der Hansestadt: Hamburg-Einsatz des MAC-Systems

Falls Handlungsbedarf ersichtlich wird, liefert die Vielzahl der ermittelten Daten eine sichere Grundlage, um die Sanierungsziele festzulegen. Anhand der Ergebnisse der ersten MAC-Prüfung und der FE-Berechnungen kann dann festgelegt werden, welche Ziele im Rahmen einer Sanierung verfolgt werden müssen. Hierbei kann die gesamte Haltung in Sanierungszonen eingeteilt werden, in denen beispielsweise die Dichtheit, die Hydraulik, aber auch der Substanzerhalt beziehungsweise die Substanzverbesserung in den Vordergrund gestellt werden. Im Rahmen der Substanzverbesserung können Sanierungsmaßnahmen zielgerichtet auf die jeweilige Schwachstelle ausgerichtet werden, zum Beispiel als Spritzbetonauskleidungen oder Fugenerneuerung zur statischen Ertüchtigung des Sammlers oder Bodeninjektionen zur Verbesserung der Bettung.

Qualitätssicherung der Sanierung

Im weiteren Verlauf einer Sanierungsmaßnahme kann das MAC-Verfahren auch zur Qualitätssicherung ausgeführter Sanierungsarbeiten oder zur wiederkehrenden Kontrolle statisch kritischer Bereiche herangezogen werden. Es können direkte Vorher-Nachher-Vergleiche oder auch zeitliche Entwicklungen messtechnisch erfasst werden. So kann die Wirkung von Sanierungsmaßnahmen wie Bodeninjektionen oder Spritzbetonauskleidungen direkt ermittelt werden.

Weitere Einsatzbereiche für das MAC

Auch die Kontrolle der Einbau- und Bettungsverhältnisse im Rahmen einer Neubaumaßnahme sind mit diesem Verfahren möglich. Dies insbesondere weil die geplanten Randbedingungen bekannt sind und somit „Sollwerte“ auch für die spätere Prüfung im Betrieb festgelegt werden können. Außerdem erscheint auch der Einsatz des Verfahrens zur Qualitätssicherung der verwendeten Neurohre durchaus denkbar. Hier könnten erhebliche Kosten für die Prüfung der Großrohre eingespart werden.

MAC-System in Schacht

Standsicherheit von Schächten: Messungen im Rahmen des IKT-Warentest „Schachtsanierung“ zeigen, dass mit dem MAC-System auch Schächte überprüft werden können.

Und genauso wie es dem MAC-Gerät egal ist, ob die Rohre, die es prüft, alt oder neu sind, ist es ihm egal, ob sie horizontal oder vertikal verbaut sind. Deshalb können auch Schächte mit dem MAC-System auf ihre Standsicherheit überprüft werden. Im Rahmen des IKT-Warentests „Schachtbeschichtung“ wurde das Verfahren verfeinert. Die Schächte wurden im Neuzustand, im gerissenen und unsanierten Zustand und anschließend im sanierten Zustand geprüft, um den Zugewinn an Standsicherheit zu ermitteln.

Vorteile des MAC-Verfahrens

Die Vorteile der MAC-Methode treten besonders im direkten Vergleich mit der bislang üblichen Vorgehensweise hervor. Bisher war die Standsicherheitsbeurteilung von Großprofilen in der Regel arbeitsaufwändig, kostenintensiv und mit geringen Erfolgschancen beziehungsweise hohen Erfolgsrisiken verbunden.

Blick in die Tiefe

Die Ergebnisse aus der Zustandserfassung sind für die anschließende Auswahl des Sanierungsverfahrens von großer Bedeutung. Die übliche optische Inspektion oder Inaugenscheinnahme liefert hier nur unzureichende Informationen über den Zustand der inspizierten Haltung, denn so kann nur die unmittelbare Kanalinnenoberfläche beurteilt werden. Schäden hinter einer zunächst optisch unauffälligen Oberfläche bleiben dabei verborgen.

Mit dem MAC-Verfahren kann man dagegen tiefer in die Rohrwandung bis hinein in die Bettung „schauen“. So können nicht nur Schwachstellen erkannt werden, die sich an der Oberfläche zeigen.

Ganz gezielte Bohrkernentnahme

MAC-Einsatz in Düsseldorf

MAC-Einsatz im beengten Düsseldorfer Untergrund

Zur Beurteilung der Standsicherheit ist eine Begutachtung der Bereiche hinter oder in der Kanalwand sowie des darüber liegenden Bodenkörpers und des Straßenoberbaus notwendig. Daher werden üblicherweise Bohrkerne entweder an problematisch erscheinenden Stellen oder nach dem Zufallsprinzip entnommen. Wanddicken und Materialfestigkeiten können dabei nur stichprobenartig ermittelt werden.

Mit dem MAC-Gerät werden in festgelegten Abständen – in der Regel alle fünf bis zehn Meter – Messungen über die gesamte Länge der Haltung durchgeführt. Zeigen sich Schwachstellen, können dort ganz gezielt Bohrkerne entnommen werden. Und deutet nichts auf Schwachstellen hin, dann ist die Wahrscheinlichkeit deutlich größer, dass da auch wirklich nichts ist, und man spart sich möglicherweise auch unnötige Sanierungskosten.

Konkrete Hinweise für zusätzliche Bodenerkundung

Die Erkundung des umliegenden Bodens erfolgt klassischerweise zumeist durch Erkundungsbohrungen von der Oberfläche aus. Da diese jedoch zum einen recht teuer sind und zum anderen einen von querenden Leitungen freien Querschnitt erfordern, werden diese nur sehr sporadisch durchgeführt.

Mit der MAC-Methode können auch Aussagen über die Bettungsverhältnisse des Kanals getroffen werden. Deuten Messwerte auf eine unzureichende Bettung zum Beispiel durch Ausspülungen hin, kann man an den betroffenen Stellen ganz gezielt genauer hinschauen.

MAC liefert breite Datenbasis

MA-Einsatz in Weston-super-Mare

Einsatz des MAC-Geräts in einem Wickelrohr-sanierten Kanal in Weston-super-Mare, England

Die klassische Vorgehensweise kann zu erheblichen Fehleinschätzungen hinsichtlich des baulichen Zustands und des aktuellen Sanierungsbedarfs führen. Denn sie liefert lediglich Daten, auf deren Basis eine zuverlässige Beurteilung der Standsicherheit und die fundierte Auswahl des passenden Sanierungsverfahrens nur eingeschränkt möglich sind. Zudem fehlt beim klassischen Vorgehen eine Möglichkeit zur Überprüfung des reparierten Rohr-Boden-Systems.

Für die Auswahl des Sanierungsverfahrens stellt die MAC-Methode eine breitere Datenbasis zur Verfügung, auf der Kanalnetzbetreiber fundierte Entscheidungen treffen können. Nach einer erfolgten Sanierung ermöglicht die MAC-Methode einen direkten Vorher-Nachher-Vergleich. Ein Vergleich der Messwerte vor und nach der Sanierung bringt Sicherheit, ob die Maßnahmen wirkungsvoll waren oder nicht.

Aufwand und Kosten

Die durch den MAC-Einsatz und die anschließenden Berechnungen nach der Finite-Element-Methode entstehenden Kosten liegen unterhalb der Jahreskosten für Großprofile bei Ansatz des Wiederbeschaffungswerts. Bei angenommenen Baukosten von etwa 1500 Euro pro Meter und einer Abschreibung auf fünfzig Jahre ergeben sich Jahreskosten von 30 Euro pro Meter.

MAC-Einsatz in Worms

Prüfung eines Mauerwerkskanals unter Worms mit dem MAC

Eine MAC-Prüfung mit anschließender Berechnung schlägt lediglich mit etwa 18 bis 25 Euro pro Meter zu Buche. Die Kosten setzen sich zusammen aus Anfahrt mit dem MAC-Einsatzfahrzeug, Montage und Demontage des Systems, Durchführung der Prüfung und Aufwand für die FE-Berechnungen. Die Verkehrssicherung, die Gewährleistung des ungefährdeten Zugangs zum Kanal (Reinigung, Absperrung, Belüftung usw.) und eventuelle Bohrkernentnahmen sind hier nicht berücksichtigt. Die Kosten pro Meter Kanal sind weiterhin maßgeblich vom Untersuchungsintervall, also von der Anzahl der durchzuführenden Messungen und von den sonstigen Randbedingungen wie Zugänglichkeit und vor Ort mögliche Prüfzeiten abhängig.

Die Tagesleistung liegt unter optimalen Randbedingungen bei einem Messintervall von 10 Metern bei etwa 200 bis 300 Metern. Bei mehrtägigen Einsätzen kann sich die Tagesleistung erhöhen, wenn das MAC-Gerät über Nacht im Kanal belassen werden kann und dadurch Rüstzeiten entfallen.

MAC im Einsatz

Das IKT war mit seinem MAC-System bereits in einigen deutschen Groß- und Mittelstädten wie Hamburg, Düsseldorf, Schwerte oder Worms im Einsatz. Und für Wessex Water, einen Wasser- und Abwassernetzbetreiber im Südwesten Englands, wurde das MAC-Gerät sogar verschifft, um in Bournemouth an der Küste des Ärmelkanals und in Weston-super-Mare bei Bristol in Rohr und Boden zu „schauen“. Dort weiß man jetzt, wie es um die Großprofile steht.

Ansprechpartner

IKT-Prüfstelle
Dipl.-Ing. Martin Liebscher

Telefon: 0209 17806-23
E-Mail: liebscher@ikt.de
www.ikt.de

 

Vorgehensweise bei der MAC-Methode

MAC und IKT-Prüfstelle
  • Vorarbeiten
    – optische Inspektion (z.B. nach Muster ZTV)
    – MAC-Vorinspektion (Messraster, Einbauten usw.)
  • Durchführung der ersten MAC-Prüfung
    – Messungen im festgelegten Raster
    – Ermittlung der Steifigkeit des Rohr-Boden-Systems
  • Ergebnisse der ersten MAC-Prüfung
    – Gleichförmigkeit des Rohr-Boden-Systems
    – Ortung von Schwachstellen im Rohr-Boden-System
    – Festlegen von Bohrkernentnahmestellen
  • FE-Berechnung
    – 3D-Simulation von Kanal und Versuchsaufbau
    – Trennung von Boden und Rohr
    – Ortung von Schwachstellen in Rohrwand und Bettung
    – Ermittlung der statischen Berechnungsgrößen
  • Ergebnisse der Wiederholungsprüfung
    – Beurteilung des Sanierungserfolgs
    – Beurteilung der „Alterung“ des Kanals über die Jahre
  • Quantifizierung von Standsicherheitsrisiken
    – Statischer Nachweis nach DWA-A 143-2
Netzbetreiber oder Fremdvergabe
  • Sanierungsanalyse
    – Einteilung in Sanierungszonen
    – Festlegung der Sanierungsziele: Abdichtung / Hydraulik / Substanzerhalt
    – Festlegen des Altrohrzustands
    – Bodenverbesserung / Bodennachweis
  • Sanierung
    – Auswahl der Verfahren und Materialien
    – Durchführung der Sanierung
MAC und IKT-Prüfstelle
  • Qualitätssicherung der Sanierung
    – Durchführung einer weiteren MAC-Prüfung
    – direkter Vorher-nachher-Vergleich
  • Nachweis der Langzeitwirkung
    – weitere MAC-Prüfungen in festgelegten zeitlichen Abständen
    – Vergleich über längere Zeiträume möglich

 




IKT-Förderverein der Netzbetreiber lädt ein: Mitgliederversammlung diesmal online

Gebäudefront mit Metallträgern und Glas

Der IKT-Förderverein der Netzbetreiber trifft sich dieses Mal nicht im Institut zur Mitgliederversammlung, sondern online.

Das wird eine Mitgliederversammlung der etwas anderen Art. IKT-Geschäftsführer Dipl.-Ök. Roland W. Waniek und der Vorsitzende des IKT-Fördervereins der Netzbetreiber e.V., Ltd. Baudirektor Hans-Joachim Bihs, laden wegen der aktuellen Lage die Mitglieder dieses Mal in den Online-Konferenzraum statt ins Institut ein. Auch interessierte (Noch-)Nicht-Mitglieder sind herzlich willkommen.

Aktuelles aus der Forschung

Der Verein informiert bei der Versammlung über aktuelle Themen und Projekte des IKT. Prof. Dr.-Ing. habil. Bert Bosseler, Wissenschaftlicher Leiter des IKT, berichtet kurz von aktuellen Ergebnissen aus IKT-Forschungsvorhaben. Auch Forschungsprojekte in Vorbereitung aus den Bereichen Kanalsanierung, Kanalbetrieb, Kanalbau, Grundstücksentwässerung, Starkregenvorsorge und Abwasserpumpen, an denen Abwassernetzbetreiber aus dem Förderverein maßgeblich mitwirken, werden kurz vorgestellt.

Außerdem werden aktuelle Frage- und Problemstellungen aus dem Teilnehmerkreis aufgenommen. Die Versammlung schließt mit einem offenen Austausch. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zu weiteren Gesprächen.

Die detaillierte Tagesordnung entnehmen Sie bitte dem Programm.

Online-Mitgliederversammlung des IKT-Fördervereins der Netzbetreiber e.V.

Freitag, 5. Juni 2020
9.30-11.45 Uhr
Tagesordnung
Anmeldeformular

Jetzt anmelden!

Zwei Männer beim Handshake mit Blumenstrauß

Laden zur ersten Online-Mitgliederversammlung in der Geschichte des IKT-Fördervereins ein: Hans-Joachim Bihs (l.) und Roland W. Waniek

Bitte melden Sie sich mit diesem Formular an oder senden Sie einfach eine formlose Email an info@ikt.de! Sie erhalten dann einen Zugangslink, mit dem Sie an der Online-Mitgliederversammlung teilnehmen können.

Eine solche Mitgliederversammlung hat es beim IKT-Förderverein noch nicht gegeben. Das wird sicher gut funktionieren. Aber lassen Sie uns trotzdem hoffen, dass das nicht noch einmal nötig wird.

Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Marco Schlüter
Tel.: 0209 17806-31
E-Mail: schlueter@ikt.de

 




Asset Management für Abwassernetze: IKT und KomNet laden zum nächsten Expertengespräch

Blick in rechteckigen Schacht mit weißen Rohren und blauen Armaturen

Konkret, kostenfrei, online: Unsere Experten sprechen mit Ihnen über das Asset Management für Abwasser­anlagen.

Die Online-Seminarreihe „Expertengespräche Abwassernetze“ von KomNetABWASSER und IKT hat sich bereits nach zwei Ausgaben etabliert, und die nächste steht am 15. Juni 2020 an – diesmal zum Thema Asset Management. Wieder mit dabei: Prof. Dr.-Ing. habil. Bert Bosseler (IKT), Prof. Dr. Mark Oelmann (Hochschule Ruhr West und MOcons) und Rechtsanwalt Daniel Schiebold (BBH Becker Büttner Held Partner, München). Und Sie?

Vermögenswerte erhalten

Für einen kommunalen Abwassernetzbetreiber besteht der Großteil seines Vermögens aus dem Kanalnetz mit seinen Leitungen, Schächten und Sonderbauwerken sowie den mobilen Sachanlagen. Den Wert dieses Vermögens langfristig zu erhalten oder im Idealfall zu vermehren ist die Aufgabe des Asset Managements. Dabei sind ökonomische, ökologische und soziale Aspekte zu berücksichtigen. Zusätzlich fließen lebenszyklusorientierte und risikobasierte Betrachtungsweisen ein.

Norm hilft beim Asset Management

Montage aus drei Portraits von Männern mit Brillen

Online-Runde: Unser Expertenteam bestehend aus Prof. Oelmann, Prof. Bosseler und RA Schiebold (v.l.n.r.) steht Ihnen Rede und Antwort.

Umgesetzt wird das alles in einem strategischen Asset Management-System. Bei dessen Einführung ist die ISO 55000-Reihe behilflich. Sie definiert Prinzipien, Anforderungen und Leitlinien zur Implementierung. In unserem Online-Expertengespräch diskutieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit unseren Experten zum Beispiel über:

  • Zusammenhänge der Organisation
  • Führungsverhalten
  • Planung
  • Support
  • Operative Durchführung
  • Leistungsbewertung
  • Qualitätssicherung
  • Optimierung

Melden Sie sich jetzt an!

Melden Sie sich jetzt zu diesem kostenfreien Online-Expertengespräch über Asset Management für Abwassernetze am 15. Juni 2020 an! Senden Sie einfach eine E-Mail an salomon@ikt.de. Und stellen Sie uns dabei auch gleich Ihre drängendsten Fragen aus der Praxis! Die Experten diskutieren gerne mit Ihnen anhand Ihrer konkreten Fallbeispiele.

Ansprechpartner

Mirko Salomon, M.Sc.
IKT und KomNetABWASSER
Tel.: 0209 17806-25
E-Mail: salomon@ikt.de
Neue Hotline für Abwasserbetriebe: 0177 2801198