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| 04.05.2010 | |
IKT-Warentest „Geruchsfilter“: Keine dufte Leistung | ||||||||||||||||||||||
Geruchsfilter für Abwasserschächte im Test: Keiner der Kandidaten konnte in der Systemprüfung durchgängig überzeugen. Das ist das zentrale Ergebnis des neuesten Warentest des IKT. Das Gelsenkirchener Institut für Unterirdische Infrastruktur hat in Zusammenarbeit mit Partnerinstituten sechs Geruchsfilter für Abwasserschächte auf Wirksamkeit untersucht. | ||||||||||||||||||||||
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Das hat im Auftrag von elf Kanalnetzbetreibern sechs Geruchsfilter für Abwasserschächte getestet. In vier Untersuchungsschwerpunkten mussten sich die Produkte beweisen: Systemprüfung, Handhabbarkeit, Qualitätssicherung der Anbieter und In-Situ-Untersuchungen. Die Ergebnisse lassen noch Raum für Verbesserungen. Über das Gesamturteil „befriedigend“ kam keiner der Testkandidaten hinaus. Wenig glänzender Sieger ist die Geruchssperre BN 00.2001.0K (Hybrid) von COALSI® mit der Note 2,8. Ähnlich schnitt der Kanalschachtfilter FIS 0600 der ROMOLD GmbH ab (Note 3,0). Der UGN® Hybridkanalschachtfilter Standard 170032 erhielt die Note 3,5. Mit „ausreichend“ schlossen die Produkte belflor®-Biofilterpatrone FIP 700 (3,6), belflor®-Aktivkohlefilter AKTIVFIP (3,8) und EKO Biofilter Typ KF-400 (4,3) ab. | ||||||||||||||||||||||
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Hindernis für die Entlüftung Behindert der Geruchsfilter die Entlüftung des Schachts, kann die Geruchsbelastung zu anderen Schächten verlagert werden. Außerdem befürchten die Tester des IKT in solchen Fällen verstärkte Korrosion in Betonbauwerken durch Schwefelwasserstoff. Bei einem Großteil der untersuchten Geruchsfilter wurde eine unzureichende Durchströmbarkeit festgestellt. Lediglich der belflor®-Aktivkohlefilter (Note 2,5) und die COALSI® Geruchssperre (3,1) zeigen bei diesem zentralen Testkriterium akzeptable Werte. | ||||||||||||||||||||||
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Kanal-Odeur reduzieren Beim zweiten zentralen Testkriterium, dem Geruchswirkungsgrad, stellten die Tester deutliche Unterschiede fest. Der Kanalschachtfilter von ROMOLD erreicht hier mit der Note 1,7 das mit Abstand beste Ergebnis – offenbar allerdings auf Kosten der Durchströmbarkeit. Der Einsatz mit dem höchsten Luftdurchsatz (belflor®-Aktivkohlefilter) weist den geringsten Geruchswirkungsgrad (Note 5,5) auf. Die übrigen Kandidaten erzielen befriedigende und ausreichende Bewertungen. | ||||||||||||||||||||||
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Unterschiedliche Filterleistung Auch mit der chemischen Bestimmung der Stoffkonzentrationen wurden die Kandidaten auf ihre Reinigungsleistung hin untersucht. Fünf der sechs getesteten Filter erreichten einen relativ hohen Wirkungsgrad beim Rückhalt von Schwefelwasserstoff (mindestens „ausreichend“); der belflor®-Aktivkohlefilter schnitt hier unterdurchschnittlich ab. Alle vier Produkte mit Bio- oder Hybridfilter zeigten bezüglich der Gaskomponente Ammoniak mindestens eine „ausreichende“ Reinigungsleistung – die beiden reinen Aktivkohlefilter waren hier „mangelhaft“. Mit dem Rückhalt von Dimethyldisulfid und Limonen hatten besonders die Biofilter Schwierigkeiten. Insgesamt haben der Filter von ROMOLD (Note 2,2) und die Geruchssperre von COALSI® (2,5) die beste Reinigungsleistung im Vergleich. | ||||||||||||||||||||||
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Gut zu handhaben
Die am Warentest beteiligten Netzbetreiber interessierten sich neben der Funktion der Geruchsfilter auch für deren Handhabbarkeit. Ein Testeinbau in drei verschiedene Schächte auf dem Versuchsgelände des IKT in Gelsenkirchen gab Aufschlüsse über die Passgenauigkeit. Das Gewicht der Systeme, das ebenfalls in die Bewertung einfloss, stellte in keinem Fall eine Beeinträchtigung der Handhabbarkeit dar. Auch der Einbau gestaltete sich in keinem Fall schwierig. | ||||||||||||||||||||||
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Schwächen bei der Passgenauigkeit Die Warentester stellten zum Teil erhebliche Undichtigkeiten zwischen Filtergehäuse und Schachtwand fest. Die Wirksamkeit der Filter kann dadurch deutlich verringert sein. Die Leckmengen wurden gemessen und flossen in die Bewertung ein. Bei einigen Geruchsfiltern ließ sich nach dem Einbau zudem der Schmutzfang nicht mehr ordnungsgemäß einsetzen. | ||||||||||||||||||||||
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Wirksame Alternativen? Ergänzend zu den Geruchsfiltern wurden bei diesem Warentest weitere Produkte untersucht, die in der Praxis vielfach als einfache und kostengünstige Alternative angesehen werden. Belüftungs- und Korrosionsrisiken scheinen im Gegensatz zu den Geruchsfiltern ausgeschlossen. Die Produkte der Hersteller Biothys und Clemens & Dupont setzen Wirkstoffe frei, die aufsteigende Gerüche bekämpfen sollen. Eine Notengebung erfolgte allerdings nicht, da Messwerte aufgrund des unbekannten Stoffgemischs nicht interpretierbar sind. Die genaue Wirkungsweise ließ sich im Test nicht nachvollziehen. Subjektive Beobachtungen in den Tests deuten jedoch auf eine Geruch mindernde beziehungsweise verändernde Wirkung hin. | ||||||||||||||||||||||
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Fazit der Tester Keiner der getesteten Geruchsfilter konnte bei den Kriterien der Systemprüfung durchgängig überzeugen. Nur ein Produkt zeigte sowohl bei der Durchströmbarkeit als auch bei der Reinigungsleistung mindestens ausreichende Ergebnisse. Die Qualitätssicherung der Produktanbieter ist mit einer Ausnahme sehr gut. Montage und Einbau sind bei allen Modellen ohne großen Aufwand möglich. Bei der Passgenauigkeit der Schachteinsätze herrscht noch Nachholbedarf. Die untersuchten Wirkstoff freisetzenden Produkte können nach Einschätzung der Ingenieure zumindest im Einzelfall eine beachtenswerte Alternative sein. Der neueste Warentest des IKT offenbart deutliche Schwächen der Geruchsfilter in zentralen Funktionen. Die Hersteller sind jetzt gefordert, die Durchströmbarkeit, die Abdichtung zum Schacht und in einigen Fällen auch die Filterleistung ihrer Produkte zu verbessern. Der ausführliche Abschlussbericht des IKT-Warentest „Geruchsfilter“ steht im Internet unter www.ikt.de kostenlos zum Download bereit. | ||||||||||||||||||||||
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Hintergrund Speziell in den Sommermonaten führen Geruchsemissionen aus der Kanalisation zu Belästigungen. Bei den Kommunen gehen dann vermehrt Bürgerbeschwerden ein. Die Kanalnetzbetreiber setzen in solchen Fällen vermehrt Geruchsfilter in betroffene Abwasserschächte ein. Um Informationen über deren Wirkungsweise und Leistungsfähigkeit zu gewinnen, wurde das IKT mit der Prüfung ausgewählter Produkte beauftragt. | ||||||||||||||||||||||
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Bewertungskriterien Bewertet wurden die Systemprüfungen im Versuchsstand (Gewichtung 80 Prozent), die Qualitätssicherung der Produktanbieter (Gewichtung 10 Prozent) sowie die Handhabbarkeit (Gewichtung 10 Prozent). Bewertungskriterien der Systemprüfungen waren die Durchströmbarkeit, der Geruchswirkungsgrad sowie der Wirkungsgrad des Stoffrückhalts. | ||||||||||||||||||||||
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Testprogramm
Die Geruchsfilter wurden einem umfangreichen Testprogramm unterzogen. An einem Versuchstand wurden am Institut für Wasserwesen der Universität der Bundeswehr München zunächst Leckmengenmessungen durchgeführt. Dann erfolgte hier die Untersuchung der Luft-Durchströmbarkeit. | ||||||||||||||||||||||
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Thomas Brüggemann | ||||||||||||||||||||||
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