IKT - eNewsletter
 
eNewsletter Dezember 2005


Goldener Kanaldeckel 2005: Die Preise gingen in den Süden
Die Verleihung der „Goldenen Kanaldeckel 2005“ bildete einen der Höhepunkte des IKT-Forums Grundstücksentwässerung in Gelsenkirchen. Der Staatsekretär im Nordrhein-Westfälischen Umweltministerium, Dr. Alexander Schink, überreichte die Preise, die in diesem Jahr an Mitarbeiter süddeutscher Kommunen gingen...

Lesen Sie hier mehr... Druckversion...

Neuveröffentlichung: IKT-Handbuch Kanalreinigung
Für den Praktiker im Kanalbetrieb: Planung und Durchführung, Reinigungsstrategien, Arbeitssicherheit, materialschonende Reinigung, Ablagerungen, Werkzeugauswahl, Qualitätskontrolle und wirtschaftliche Optimierung – das sind die zentralen Themen des neu erschienenen Handbuchs Kanalreinigung, das sich sowohl an den Ingenieur als auch an den Techniker wendet....

Lesen Sie hier mehr... Druckversion...

Bemessung flach überdeckter Abwasserkanäle
Die Fachhochschule Münster, die Universität Hannover und das IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur bearbeiten gemeinsam ein Forschungsvorhaben zur Untersuchung der Belastungssituation von Abwasserkanälen mit geringer Überdeckung. In dem Forschungsprojekt sollen Empfehlungen zur Bemessung und zur Wahl einer geeigneten Mindestüberdeckung erarbeitet werden. Dabei sind uns Ihre bisherigen Praxiserfahrungen wichtig…

Lesen Sie hier mehr... Druckversion...

Pflasterflächen für Praxistests gesucht
Fließt von Flächen mit „Sickerpflaster“ oder „Ökopflaster“ Regen ab, oder versickert alles? Um diesen Fragen in der Praxis nachgehen zu können, sucht das IKT Flächen, die wasserdurchlässig gestaltet sind. Im Rahmen eines Forschungsprojektes in Zusammenarbeit mit der Universität Kaiserslautern sollen Abflussbeiwerte für die unterschiedlichen Pflastertypen abgeleitet und Modellansätze zur Niederschlagsabflusssimulation (weiter-) entwickelt werden...

Lesen Sie hier mehr... Druckversion...


Veranstaltung


6. Göttinger Abwassertage: Kooperative Strategien im öffentlichen und privaten Bereich
Die aktuelle Umfrage der DWA hat ergeben, dass innerhalb der letzten drei Jahre keine Besserung des Zustandes der öffentlichen Kanalisation eingetreten ist. Der Zustand der Netze hat sich sogar noch etwas verschlechtert. Die Inhalte der 6. Göttinger Abwassertage unter dem Motto „Aus der Praxis für die Praxis“ sollen allen Interessierten das Rüstzeug an die Hand geben, die richtigen Schritte einzuleiten, um in eine komplexe Kanalsanierung einzusteigen...

Lesen Sie hier mehr... Druckversion...

Der IKT-eNewsletter informiert aktuell über Aktivitäten und Forschungsergebnisse des IKT - Institut für Unterirdische Infrastruktur, Gelsenkirchen. Das IKT ist ein unabhängiges und gemeinnütziges Forschungsinstitut, das sich mit allen Fragen der leitungsgebundenen Wasser-, Gas- und Abwasser-Infrastruktur befasst.

Der IKT-eNewsletter erscheint monatlich und ist kostenlos. Sie erhalten ihn, weil Sie sich in unseren Verteiler eingetragen haben oder weil Sie in der letzten Zeit Kontakt zum IKT hatten. Sollten Sie an einer weiteren Zusendung nicht mehr interessiert sein, so senden Sie bitte eine Mail an abmelden@ikt.de

© 2001 - 2020 IKT - Institut für Unterirdische Infrastruktur gGmbH
Exterbruch 1, 45886 Gelsenkirchen
Tel: 0209-17806-0, Fax: 0209-17806-88
E-Mail info@ikt.de

Sitz der Gesellschaft: Gelsenkirchen
Amtsgericht Gelsenkirchen HRB 1884
Geschäftsführer: Dipl.-Ök. Roland W. Waniek
Vorsitzender des Aufsichtsrats: Dipl.-Ing. Joachim Schulte


IKT-Newsletter
Goldener Kanaldeckel 2005: Die Preise gingen in den Süden
 

 

Großbildansicht
Der „Oskar der Kanalbranche“

Die Verleihung der „Goldenen Kanaldeckel 2005“ bildete einen der Höhepunkte des IKT-Forums Grundstücksentwässerung in Gelsenkirchen. Der Staatsekretär im Nordrhein-Westfälischen Umweltministerium, Dr. Alexander Schink, überreichte die Preise, die in diesem Jahr an Mitarbeiter süddeutscher Kommunen gingen.

 

Drei Mal Gold

Die Preisverleihung des mittlerweile zum vierten Mal vergebenen Preises, wies gegenüber den Vorjahren eine Veränderung auf. Dieses Mal wurde nicht ein erster, zweiter und dritter Preis zuerkannt sondern alle drei vergebenen Kanaldeckel waren „golden“ und mit 2000 Euro dotiert.

  • Dipl.-Ing. Marcus Alf, Dipl.-Ing. Joachim Heider und Dipl.-Ing. Winfried Hilsdorf, Stadtentwässerung Frankfurt am Main
    Projekt: „Fachschale Sanierung des Kanalinformationssystem der Stadtentwässerung Frankfurt“
  • Dipl.-Ing. Markus Mendek, Stadtentwässerung Friedrichshafen
    Projekt: „Kanalerneuerung Fischbach im Berstlining-Verfahren“
  • Dipl.-Ing. Mario Heinlein, Stadtentwässerungsbetrieb Nürnberg, Obmann der Arbeitsgruppe süddeutscher Kommunen
    Projekt: „Anforderungsprofil für Schlauchlining“

Die Jury hatte keine leichte Aufgabe zu lösen, denn es waren eine Reihe sehr interessanter und qualifizierter Bewerbungen eingegangen. In ihnen spiegelten sich auch die Prioritäten wieder, die derzeit vor dem Hintergrund der aktuellen Probleme bei den Kanalnetzbetreibern gesetzt werden. Und da steht eindeutig die Sanierung im Vordergrund. Insofern verwundert es nicht, dass auch die Preisträger aus diesem Umfeld kommen und hier mit großem Engagement und persönlichem Einsatz außergewöhnliches geleistet haben. Leistungen, die bei der Vorstellung der Preisträger in ihrem vollem Umfang natürlich nur angerissen werden können.


Preisträger: Dipl.-Ing. Marcus Alf, Dipl.-Ing. Joachim Heider und Dipl.-Ing. Winfried Hilsdorf, Stadtentwässerung Frankfurt am Main
Projekt: „Fachschale Sanierung des Kanalinformationssystem der Stadtentwässerung Frankfurt“

Großbildansicht
von links nach rechts:
Winfried Hilsdorf, Joachim Heider
und Marcus Alf, Stadtentwässerung
Frankfurt am Main,
Roland W. Waniek, IKT-Geschäftsführer
sowie Staatssekretär Dr. Alexander Schink,
NRW-Umweltministerium

Marcus Alf, Winfried Hilsdorf und Joachim Heider von der Stadtentwässerung Frankfurt am Main erhielten den Goldenen Kanaldeckel für die Konzeption sowie die Begleitung bei der Entwicklung und Einführung eines Softwaremoduls – einer so genannten Fachschale – für die Kanalsanierung verliehen. Im Rahmen der Einführung des Kanalinformationssystems bei der Stadtentwässerung Frankfurt am Main haben sie die Anforderungen an diese Fachschale definiert.

Die Kanalsanierung stellt die Betreiber großer Kanalnetze vor das Problem, fachliche Grundsätze zu entwickeln, um ein gleichartiges Vorgehen in den einzelnen Netzteilen über die langen Bearbeitungszeiträume sicher zu stellen. Bei der Stadtentwässerung Frankfurt am Main bedeutet dies, die Erstellung und Umsetzung von Sanierungskonzepten für die 50 einzelnen Teilnetze innerhalb eines Inspektionszyklus von 15 Jahren zu steuern.

Dazu wurde unter maßgeblicher Mitwirkung der drei Mitarbeiter eine umfassende Arbeitsanweisung mit fachlichen Grundsätzen zur Erarbeitung von Sanierungskonzepten bei der Stadtentwässerung Frankfurt am Main erstellt.

Eine wirtschaftliche und für alle Beteiligten nachvollziehbare Kanalsanierung ist angesichts der Fülle der Informationen aber nur möglich, wenn zusätzlich ein EDV-gestütztes Datenmanagement eingesetzt wird. Die von Ihnen maßgeblich konzipierte Fachschale Kanalsanierung bildet die wesentlichen Arbeitsschritte der Kanalsanierung und deren Ergebnisse ab. Da diese Informationen datenbankgestützt verwaltet werden, ist jederzeit eine Auswertung mit vordefinierten Berichten und Themenplänen möglich.

Die eigentlich innovative Leistung besteht darin, dass diese Fachschale die benötigten Informationen und Ergebnisse über den gesamten Arbeitsprozess der Kanalsanierung vorhält: von der Überprüfung der Ergebnisse der Kanalinspektion, die Sanierungskonzeption als erste Stufe zur Auswahl der einzelnen Sanierungsmaßnahmen, die Ausführungsplanung bis schließlich zur Dokumentation der ausgeführten Maßnahmen. Damit haben Sie erreicht, dass Ihre Planungen inhaltlich und formal stets dem gleichen roten Faden folgen. Die Ergebnisse und der Stand der Planungen sind für alle Beteiligten jederzeit abrufbar – erst damit wird eine Bearbeitungsübersicht und vor allem eine Maßnahmen- und Kostenplanung in einem ausgedehnten Kanalnetz ermöglicht.

Zudem erlaubt ein gesondertes Modul diese Bearbeitungsfunktionen und die benötigten Informationen über den Kanalbestand und –zustand projektscharf abgegrenzt an externe Planer weiterzugeben und die Ergebnisse in definierter Form zu übernehmen. Auch damit wird eine Sanierungsplanung aus einem Guss ermöglicht.

Alle, die mit der Entwicklung und Einführung von EDV-gestützten Arbeitssystemen befasst waren, wissen, wie viele Iterationen nötig sind, um solche Systeme mit großen, komplex verknüpften Datenmengen widerspruchsfrei zu handhaben. Sie haben bei diesem Einführungsprozess in Zusammenarbeit mit dem Softwareentwickler große Geduld, große Kompetenz und vor allem große Konsequenz bewiesen. Mittlerweile setzen Sie „ihre“ Fachschale erfolgreich in der Praxis ein und konnten damit gegenüber dem früheren Zustand erhebliche Bearbeitungszeiten und damit –kosten einsparen.

 

Preisträger: Dipl.-Ing. Markus Mendek, Stadtentwässerung Friedrichshafen
Projekt: „Kanalerneuerung Fischbach im Berstlining-Verfahren“

Großbildansicht
Roland W. Waniek,
IKT-Geschäftsführer,
Markus Mendek, Stadt Friedrichshafen
und Staatssekretär Dr. Alexander Schink,
NRW-Umweltministerium

Der Bodensee verlangt als der größte Wasserlieferant für den baden-württembergischen Raum besondere Maßnahmen zum Gewässerschutz. Entsprechende Anforderungen müssen auch an die Kanalisationen und die Hausanschlüsse gestellt werden. Markus Mendek aus Friedrichshafen ist Mitarbeiter der Eigenbetriebe Friedrichshafen und hat eine Maßnahme geleitet, auf der mit modernen Verfahren eine flächendeckende Sanierung der öffentlichen Kanalisation und der zugehörigen Hausanschlüsse gelungen ist. Dabei wurde eine wirtschaftliche und bürgerfreundliche Lösung gefunden.

Das Innovative an der Lösung sind nicht die einzelnen Sanierungsverfahren für den öffentlichen Kanal und die Hausanschlüsse sondern die zielgerichtete Auswahl aus den zur Verfügung stehenden Techniken, um eine wirklich flächendeckende Sanierung des Gebietes zu wirtschaftlichen Bedingungen zu erreichen. Die Technische Innovation des Gesamtkonzeptes liegt im Einsatz von unterschiedlichen neueren Bauverfahren, unter Abstimmung der Vor- und Nachteile der einzelnen, Verfahren.

Im Ortsteil Fischbach ist in einigen Straßen die Kanalisation hydraulisch überlastet. Im Jahr 2004 wurde das gesamte Gebiet mittels TV Kamera untersucht. Bei dieser Befahrung wurde festgestellt, dass sich die Kanäle insgesamt in einem sehr schlechten baulichen Zustand befinden. Im gleichen Zuge wurden sämtliche Grundstücksanschlüsse geprüft. Dort spiegelte sich die Schadenshäufigkeit im öffentlichen sowie privaten Bereich wieder. Der öffentliche Teil des Grundstücksanschlusses endet gemäß Abwassersatzung der Stadt Friedrichshafen an der Grundstücksgrenze. Bei einer Baugrunduntersuchung wurden im Baugrund Altlasten gefunden. Eine Luftbildauswertung durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst ergab, dass das Gebiet in den Kriegsjahren bombardiert wurde.

Es trafen also alle Schwierigkeiten zusammen. Bei der Planung sollten folgende wesentlichen Ziele eingehalten werden:
- Kostenreduzierung bei gleicher bzw. höherer Ausführungsqualität,
- Minimierung des Altlastenrisikos,
- Minimierung der Kosten für Kampfmittelbeseitigung,
- Aufrechterhaltung der Infrastruktur (Feuerwehrzufahrt, Zufahrt zur Arztpraxis),
- Reduzierung der Belästigung der Anwohner auf ein notwendiges Minimum und
- Vermeidung von Aufgrabungen im Bereich der privaten Grundstücke,
- Einbeziehen der Bürger in die Maßnahme.
Um alle Kriterien zu erfüllen wurde das Statische Berstlining Verfahren zur Erneuerung der Hauptkanäle gewählt. Als Rohrmaterial wurden Polyethylen (PE-HD) mit Schutzmantel aus Polypropylen (PP) festgelegt. Die Verschweißung der einzelnen Rohre erfolgte durch Heizelementstumpfschweißung. Auch für die Schächte wurden moderne Materialien eingesetzt. Aufgrund der gewählten Technik konnte auf insgesamt sechs Kontrollschächte verzichtet werden.

Die Grundstücksanschlüsse wurden von einer punktuellen Aufgrabung im Bereich des Hauptkanals mittels Bodendurchschlagsrakete bis in die jeweiligen Kontrollschächte auf den Grundstücken ebenfalls in geschlossener Bauweise erneuert. Als Rohrmaterial wurden auch hier PE HD Rohre mit heller Innenfläche gewählt.

Im ersten Bauabschnitt, der im Jahr 2005 durchgeführt wurde, sind 830 m Hauptkanal erneuert 75 Grundstücksanschlüsse mit 550 m Hausanschlussleitungen saniert und 100 m Anschlüsse für 33 Straßenabläufe erneuert worden.

Staatsekretär Dr. Alexander Schink verband den Glückwunsch an Markus Mendek deshalb mit der Anregung, einen intensiven Erfahrungsaustausch mit Kanalnetzbetreibern aufzubauen, die in anderen Bundesländern bereits ähnliche Projekte realisiert hätten. Die Sanierung der Abwasseranlagen, insbesondere der Kanalisationen, soweit sie inzwischen schon das Ende der Lebensdauer erreicht haben, werde die wichtigste Aufgabe der Wasserwirtschaft in Zukunft sein. Der Erfahrungsaustausch müsse zur Begrenzung der Kosten beitragen und die Akzeptanz der Maßnahmen bei den Bürgern sicherstellen. Er sollte deshalb entsprechend organisiert werden, so Schink, der in diesem Zusammenhang das IKT als Plattform vorschlug.

 

Preisträger: Dipl.-Ing. Mario Heinlein, Stadtentwässerungsbetrieb Nürnberg, Obmann der Arbeitsgruppe süddeutscher Kommunen
Projekt: „Anforderungsprofil für Schlauchlining“

Das folgende Beispiel zeigt, dass Kanalnetzbetreiber nicht darauf beschränkt sind, die Angebotssituation des Marktes zu akzeptieren und die eigenen Ansprüche und Anforderungen lediglich an den Gegebenheiten auszurichten.

Großbildansicht
Roland W. Waniek,
IKT-Geschäftsführer,
Mario Heinlein,
Stadtentwässerungsbetrieb Nürnberg und
Staatssekretär Dr. Alexander Schink,
NRW-Umweltministerium

Mario Heinlein vom Stadtentwässerungsbetrieb Nürnberg ist engagierter Obmann, Sprecher und ein wesentlicher Motor der Arbeitsgruppe süddeutscher Kommunen, in der die Stadtentwässerung Augsburg, die Stadtentwässerung Karlsruhe, der Entwässerungsbetrieb Mainz, der Eigenbetrieb Stadtentwässerung Mannheim, die Münchner Stadtentwässerung, der Stadtentwässerungsbetrieb Nürnberg und die Stadtentwässerung Stuttgart zusammenarbeiten. Mario Heinlein hat innerhalb dieser Arbeitsgruppe großen Anteil an der Entwicklung und Ausarbeitung eines Anforderungsprofils für vor Ort härtende Schlauchliner. Diese Initiative hat den Markt in Richtung mehr Qualität und faire Wettbewerbsbedingungen nachhaltig beeinflusst.

Ausgangpunkt für die Gründung der Arbeitsgruppe waren die großen Qualitätsunterschiede bei ausgeführten Schlauchliningmaßnahmen. Schlechte Erfahrungen führten dazu, dass einige Stadtentwässerungsbetriebe von diesem Verfahren wieder Abstand nahmen und damit auf die Vorteile, die Schlauchlining bei guter Ausführungsqualität bietet, verzichteten.

Als eine wesentliche Ursache für diese Missstände erkannte die Arbeitsgruppe aus den Stadtentwässerungen der Städte Augsburg, Karlsruhe, Mainz, Mannheim, München, Nürnberg und Stuttgart das zum Teil gänzliche Fehlen von Normen und Regelwerken. Dies führte sehr häufig zu ungenauen und wettbewerbsverzerrenden Ausschreibungen und in der Folge zu unobjektiven Vergaben.

Die Arbeitsgruppe unter der Leitung von Mario Heinlein entschloss sich, ein Anforderungsprofil für vor Ort härtende Schlauchliner zu erstellen, das einer zusätzlichen technischen Vereinbarung gleicht.

Ziele dieses gemeinsamen Vorgehens waren unter anderem,
- die Ausschreibungs- und Vertragsqualität zu verbessern
- die aus Preisverfall resultierenden Qualitätsverluste abzufangen
- Grundlagen für VOB-konforme Vergaben zu schaffen
- Transparenz zu schaffen und Missverständnisse zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber zu minimieren,

und dies alles vor dem Hintergrund, der Sicherung der Qualität des Endproduktes.

Das Anforderungsprofil ermöglicht auch unerfahrenen Sachbearbeitern, sich mit wenig Zeitaufwand in das Thema „Schlauchlining“ einzuarbeiten. Ihnen wird mit dem Qualitätsmanagementsystem ein Werkzeug an die Hand gegeben, das eine effiziente und sichere Abwicklung einer Schlauchlinermaßnahme erlaubt. So ist diesem Verfahren als kostengünstige und wirtschaftliche Alternative zur Kanalauswechselung ein größerer Markt geschaffen worden, von dem sowohl die Kanalnetzbetreiber als auch die Anbieter profitieren.

In den vergangenen rund 15 Monaten seit seiner Anwendung ist die Resonanz und Akzeptanz auf allen Seiten sehr positiv. So wurden in manchen Fällen Kommunen durch die Bieter aufgefordert, nach dem Anforderungsprofil der süddeutschen Kommunen auszuschreiben.

Die Anwender des Anforderungsprofils registrieren eine deutliche Verbesserung des Qualitätsniveaus. Die Preise haben sich auf einem gesunden Level stabilisiert, Spekulationsangebote werden kaum mehr verzeichnet.

Zusammengefasst ermöglicht das Anforderungsprofil den Kanalnetzbetreibern die Möglichkeit, die ökonomischen Vorteile des Schlauchlining zu nutzen, und das Risiko minderer Qualität durch schlechte Leistungserbringung zu minimieren.

Mario Heinlein spielt in der Arbeitsgruppe Süddeutscher Kommunen eine zentrale Rolle. Er koordiniert und lenkt, er moderiert und holt externen Sachverstand, er ist zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit und die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Rohrleitungssanierungsverband. Er hat somit entscheidenden Anteil an der Entwicklung eines Instrumentes, mit dem Auftraggeber Produktqualität und Marktbedingungen in positivem Sinne mitgestalten. Für dieses außergewöhnliche und weit reichende Engagement wurde Mario Heinlein mit dem Goldenen Kanaldeckel ausgezeichnet.

 

Volles Haus in Gelsenkirchen

Zur Fotogalerie

Eingebettet war die Preisverleihung in das IKT-Forum Grundstücksentwässerung. Ein Thema, mit dem sich offenbar mehr und mehr die Kommunen auseinandersetzen. Deutliches Zeichen hierfür ist die große Resonanz auf die Veranstaltung mit mehr als 170 angemeldeten Teilnehmern. Zusammen mit den Vertretern der 43 ausstellenden Firmen waren es rund 250 Personen, die das IKT an den zwei Veranstaltungstagen zu einem intensiv genutzten und pulsierenden Ort des Informations- und Erfahrungsaustausches machten.

Besuchen Sie unsere Fotogalerie zum Forum Grundstücksentwässerung 2005.


Inzwischen ist die Umsetzung einer ganzheitlichen Kanalsanierung unter Einbeziehung der privaten Grundstücksentwässerungsanlagen nicht mehr auf Göttingen beschränkt. In Gelsenkirchen berichteten neben Göttingen die Kommunen Würselen, Schwerte und Billerbeck über ihre Erfahrungen.

 

Was wird aus Paragraph 45?

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion kam diesbezüglich natürlich der Paragraph 45 der Landesbauordnung in NRW zur Sprache, der für Grundstücke in Wasserschutzgebieten eine Überprüfung der privaten Entwässerungsanlagen bis zum 31. Dezember 2005 vorschreibt. Die Frist ist also demnächst abgelaufen, von einer flächendeckenden Überprüfung ist man in Nordrhein-Westfalen jedoch weit entfernt. Staatssekretär Dr. Alexander Schink kündigte vor diesem Hintergrund neue Regelungen an. Zum einen werde demnächst die Frage geklärt werden, ob dieses Problem aus dem Baurecht ins Wasserrecht verlagert werde, zum anderen würden derzeit Überlegungen angestellt, wie mit den Fristen umzugehen sei. Es gebe Überlegungen in der Politik, die Frist 31. Dezember 2005 zu verlängern, dieses sei jedoch aus vielerlei Gründen problematisch. Heinrich Böckelühr, Bürgermeister in Schwerte, dessen Stadt zu 98 Prozent im Wasserschutzgebiet liegt und deshalb von dieser Problematik ganz besonders betroffen ist, warnte davor, im Zuge neuer Regelungen diejenigen zu bestrafen, die sich gesetzestreu verhalten und ihre Entwässerungsanlagen bereits in Ordnung gebracht hätten. Einig war man sich, dass die betroffenen Bürger zehn Jahre lang – so lang gibt es den entsprechenden Paragraphen – nicht nur allein sondern uninformiert gelassen wurden und die Politik sich um das Problem nicht gekümmert habe. Dies dürfe sich mit der nächsten Frist, dem Jahr 2015, zu der alle Grundstückseigentümer in NRW ihre Entwässerungsanlagen auf Dichtheit geprüft haben müssen, nicht wiederholen.

Schink sprach darüber hinaus von Überlegungen, Maßnahmen finanziell zu fördern, bei denen die Sanierung öffentlicher und privater Entwässerungsleitungen zusammen durchgeführt werden. Als Fazit der Podiumsdiskussion bleibt der Eindruck, dass auch die neue Landesregierung an den Zielen des Paragraphen 45 der Landesbauordnung festhält, dass jedoch über Möglichkeiten nachgedacht wird, den Widerspruch zwischen Gesetzeslage und Umsetzung konstruktiv, zielführend und praxisgerecht zu verringern.

Der zweite Tag des Forums stand ganz im Zeichen der Grundstücksentwässerungsanlagen von Industrie- Gewerbe- und Agrarflächen. Ein Bereich, der auf Grund der Inhaltsstoffe der abzuleitenden Abwässer häufig ein deutlich höheres Gefährdungspotenzial beinhaltet als dort, wo man es ausschließlich mit häuslichen Abwässern zu tun hat. Entsprechend groß war auch das Interesse an diesem Themenblock, der die insgesamt sehr gelungene und erfolgreiche Veranstaltung beendete.

Quelle: bi umweltbau Ausgabe 6/2005

Der Goldene Kanaldeckel 2005 wurde dankenswerter Weise von folgenden Firmen finanziell unterstützt:


Beck Kanal- und Schachtgeräte GmbH


Ingenieurbüro Udo Wiese, Kaltenkirchen


Städtler + Beck GmbH, Speyer

 


Brandenburger Liner GmbH & Co., Landau/Pfalz


Insituform Rohrsanierungstechniken GmbH, Röthenbach/Pegnitz


epros GmbH - Kanalsanierungstechnik

 


Loos PUR Technik eK


TROLINING GmbH


HOCHTIEF Construction AG, Köln

Weitere Informationen zum Goldenen Kanaldeckel oder zu IKT-Foren erhalten Sie beim:

 


IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur gGmbH
Exterbruch 1
45886 Gelsenkirchen
Tel.: 0209 17806-45
Fax: 0209 17806-88
E-Mail: info@ikt.de
Internet: www.ikt.de


IKT-Newsletter
IKT-Handbuch Kanalreinigung
 

169 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen, Tabellen und Graphiken
November 2005
Schutzgebühr: 29,95 EUR      Download Bestellformular

 

Großbildansicht
Neuveröffentlichung des IKT

Für den Praktiker im Kanalbetrieb: Planung und Durchführung, Reinigungsstrategien, Arbeitssicherheit, materialschonende Reinigung, Ablagerungen, Werkzeugauswahl, Qualitätskontrolle und wirtschaftliche Optimierung – das sind die zentralen Themen des neu erschienenen Handbuchs Kanalreinigung, das sich sowohl an den Ingenieur als auch an den Techniker wendet:

  • es erläutert die typischen Vorgänge zur Planung und Durchführung der Reinigungs-arbeiten;
  • es stellt die Risikofaktoren, die zu Rohrschäden führen können, detailliert dar und zeigt Wege zu ihrer Vermeidung auf;
  • es beleuchtet die Einflußfaktoren, die für eine Optimierung der Kanalreinigung wich-tig sind;
  • es gibt hilfreiche Tips für eine materialschonende, aber trotzdem gründliche Kanal-reinigung;
  • es vermittelt nützliches Hintergrundwissen, das Grundlage für ein besseres Ver-ständnis der Kanalreinigungsprozesse ist;
  • es gibt praktische betriebliche Empfehlungen für Planung und Organisation einer wirtschaftlichen Kanalreinigung.

In das Handbuch sind Forschungsergebnisse des IKT sowie mehrjährige Praxiserfah-rungen von Kommunen eingeflossen. Anhand zahlreicher Abbildungen, Graphiken und Tabellen werden die Inhalte anschaulich illustriert.


Aus dem Inhalt:

Teil I VERFAHREN UND ANWENDUNG

  • Reinigungsverfahren und -werkzeuge
  • Kanalablagerungen und Netzbedingungen
  • Werkzeugauswahl
  • Reinigen
  • Sicherung der Arbeiten
  • Qualitätskontrolle
  • Besondere Reinigungsaufgaben
  • Wartung von Fahrzeugen und Geräten

Teil II PLANUNG UND ORGANISATION

  • Reinigungsstrategie
  • Ablagerungen bewerten
  • Reinigungsplan
  • Arbeitsvorbereitung
  • Reinigungsleistung
  • Fortschreibung der Reinigungsplanung
  • Ausschreibung
  • Arbeitshilfen

Teil III MARKTÜBERSICHT – ANZEIGEN

  • Reinigungsfahrzeuge
  • Reinigungsunternehmen
  • Reinigungswerkzeuge
  • Sicherheitsausrüstung
  • Rohrprodukte
  • Alphabetische Firmenübersicht

 

Bezugsquelle

 

IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur gGmbH
Exterbruch 1
45886 Gelsenkirchen
Tel.: 0209 17806-0
Fax: 0209 17806-88
E-Mail: info@ikt.de
Internet: www.ikt.de

Schutzgebühr: 29,95 Euro (nur gegen Vorkasse)       Download Bestellformular


IKT-Newsletter
Bemessung flach überdeckter Abwasserkanäle
 

Die Fachhochschule Münster, die Universität Hannover und das IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur bearbeiten gemeinsam ein Forschungsvorhaben zur Untersuchung der Belastungssituation von Abwasserkanälen mit geringer Überdeckung. In dem Forschungsprojekt sollen Empfehlungen zur Bemessung und zur Wahl einer geeigneten Mindestüberdeckung erarbeitet werden. Dabei sind uns Ihre bisherigen Praxiserfahrungen wichtig.

 

Was ist das Besondere an flach überdeckten Kanälen?

Als Richtwert für flach überdeckte Rohre wird derzeit eine Überdeckung kleiner als die 1,5-fache Nennweite angenommen. Abwasserkanäle sind in Abhängigkeit von der Nennweite und der Überdeckungshöhe unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt. Vor allem hohe Verkehrslasten wirken sich auf flach überdeckte Kanäle anders aus als auf tief liegende Kanäle. Flach überdeckten Kanälen fehlt bei der vertikalen Verteilung der Lasten die seitliche Stützung aus dem Erddruck.

Großbildansicht
Ausbreitung der Radlast auf Rohre
bei gleicher Überdeckungshöhe
und unterschiedlicher Nennweite
 

Warum werden Kanäle flach überdeckt eingebaut?

Eine flache Überdeckung von Abwasserrohren kann erforderlich werden aufgrund der örtlichen Gefällesituation, Platzmangel in der Trasse oder wegen aufwändiger und kostenintensiver Erdarbeiten in schwierigem Baugrund, wie zum Beispiel anstehendem Fels.

 

Welcher Forschungsbedarf besteht hinsichtlich der Bemessung?

Großbildansicht
Mindestwert min b’ für den
Ansatz eines horizontalen
Erddruckes aus konzentrierten
Flächenlasten, wie Radlast

Bisher bekannte Bemessungsmodelle, wie zum Beispiel ATV A 127, weisen einen Widerspruch dahin gehend auf, dass für ein Sand-/Kiesauflager die Stelle der größten Beanspruchung stets in der Rohrsohle prognostiziert wird, während bei abnehmender Überdeckung die Versagensstelle eher im Rohrscheitel auftritt. Eine zentrale Fragestellung bei der Rohrdimensionierung ist die Höhe der Mindestüberdeckung, bei der die vertikalen Verkehrslasten gerade noch einen seitlich stützenden Erddruck auf das Rohr erzeugen.

Ferner ist bisher noch ungeklärt, wie der Straßenoberbau die Höhe der Rohrbelastung beeinflusst.

 

Welche Arbeitsschritte sind geplant?

Im Rahmen des Forschungsprojektes ist folgendes geplant:

  • Sammlung und Auswertung typischer Schäden bei Rohren geringer Überdeckung,
  • Begleitung von Baumaßnahmen zur Erfassung der Einbaubedingungen,
  • Durchführung von Belastungsversuchen an eingebetteten biegesteifen und biegeweichen Rohren im IKT-Großversuchsstand unter Variation des Staßenoberbaus,
  • Entwicklung eines numerischen Modells zur rechnerischen Simulation der Versuche sowie
  • Informationsveranstaltungen für Kanalnetzbetreiber im IKT (Erste Veranstaltung voraussichtlich Februar 2006, hierüber werden wir Sie rechtzeitig informieren).

 

Die Projektziele

Forscher der Fachhochschule Münster, Universität Hannover und des IKT bearbeiten das Projekt mit dem Ziel, Bemessungsempfehlungen zur sicheren Neuverlegung und Sanierung von flach überdeckten Abwasserkanälen zu formulieren und Hinweise zur Wahl einer geeigneten Mindestüberdeckung zu entwickeln.

Das Forschungsvorhaben wird vom Umweltministerium des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert.

Ihre Praxiserfahrungen sind uns wichtig. Liegen in ihrem Entwässerungsnetz Schäden an flach überdeckten Kanälen vor? Gibt es bei Ihnen aktuell Baustellen, auf denen Kanäle flach überdeckt verlegt werden? Informieren Sie uns über die Randbedingungen und Einbauverfahren. Bitte wenden Sie sich an:

 

Dipl.-Ing. Oliver Sokoll
IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur gGmbH
Exterbruch 1
45886 Gelsenkirchen
Tel.: 0209 17806-26
Fax: 0209 17806-88
E-Mail: info@ikt.de
Internet: www.ikt.de


IKT-Newsletter
Pflasterflächen für Praxistests gesucht
 

Fließt von Flächen mit „Sickerpflaster“ oder „Ökopflaster“ Regen ab, oder versickert alles? Um diesen Fragen in der Praxis nachgehen zu können, sucht das IKT Flächen, die wasserdurchlässig gestaltet sind. Im Rahmen eines Forschungsprojektes in Zusammenarbeit mit der Universität Kaiserslautern sollen Abflussbeiwerte für die unterschiedlichen Pflastertypen abgeleitet und Modellansätze zur Niederschlagsabflusssimulation (weiter-) entwickelt werden.

 

Versickerungsfähige Flächenbeläge und Abwassergebühren

Großbildansicht
Versickerungsfähiger Flächenbelag

Nicht nur Kanalnetzplaner stellen sich die Frage nach der Versickerungsfähigkeit bei der Dimensionierung ihrer Netze. Sie ist auch für diejenigen interessant, die sich mit Abwassergebühren befassen. Spätestens dann, wenn der Privatmann seine Einfahrt neu pflastert, stellt auch er sich die Frage: Muss ich bei einem Sickerpflaster Abwassergebühren zahlen?

Wie viel Regenwasser letztendlich durch die Fläche versickert und welcher Teil abfließt, ist von zahlreichen Randbedingungen abhängig und kann nicht pauschal beantwortet werden. Faktoren, die das Abflussverhalten beeinflussen, können z.B. die Pflasterart und die Beschaffenheit des Untergrundes, das Gefälle des Belages und sein Zustand sowie natürlich die Stärke des Regenereignisses sein.

In der Fachliteratur lassen sich jedoch für wasserdurchlässige Flächenbeläge oft nur stark pauschalisierte Abflussbeiwerte entnehmen, die weder zwischen verschiednen Pflasterarten unterscheiden, noch auf die Stärke des Regenereignisses oder das Gefälle der Fläche eingehen und sich obendrein von Literatur zu Literatur unterscheiden. So werden z.B. für „Reihenpflaster ohne Fugenverguss“, „Pflaster mit offenen Fugen“ oder „Verbundsteine mit Fugen“ Abflussbeiwerte in einer Spannweite von 0,25 und 0,6 angegeben (das heißt, zwischen 25 % und 60 % des Regenwassers sind abflusswirksam).

Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass viele Netzbetreiber verunsichert sind, welche Abflussbeiwerte sie bei Sickerpflastern ansetzen sollen und wie hoch letztendlich die Abwassergebühr für diese Flächen angesetzt werden soll. Einige Kommunen befreien daher ihre Anschlussnehmer von der Gebühr, während andere eine verminderte oder auch die vollständige Gebühr verlangen.

 

In einem aktuellen Forschungsvorhaben „Abfluss- und Versickerungsverhalten wasserdurchlässiger Flächenbeläge“ geht das IKT zusammen mit der Technischen Universität Kaiserslautern der Fragestellung nach, wie viel Abfluss von den Flächen zu erwarten ist.

Großbildansicht
Beregnungsversuch mit der
IKT-Prüfanlage

Derzeit werden in Beregnungsversuchen mit der Prüfanlage des IKT Oberflächen- und Sickerabflüsse verschiedener Pflasterarten unter variierenden Randbedingungen (zum Beispiel Beregnungsintensität sowie Gefälle und Vornässung des Belags) bestimmt. Auf Grundlage der Versuche sollen Abflussbeiwerte für die unterschiedlichen Pflastertypen abgeleitet sowie Modellansätze zur Niederschlagsabflusssimulation (weiter-) entwickelt werden.

In der Planung steht nun eine zweite Projektphase, in der die entwickelten Modellansätze auf reale Flächen angewendet und überprüft werden sollen. Über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten sollen die Regenereignisse und die entstehende Oberflächenabflüsse kontinuierlich aufgezeichnet werden. Anschließend werden die Messdaten mit den errechneten Abflusswerten des Programms verglichen. Auf dieser Basis können die Modellansätze angepasst oder weiterentwickelt werden.

Großbildansicht
So sollten die gesuchten Flächen aussehen

Für diese Versuche werden Flächen gesucht! Allerdings kann nicht jede Fläche für diese Aufgabe verwendet werden, da es nicht leicht ist, den Abfluss einer Fläche zu messen. Folgende Randbedingungen sollten daher erfüllt sein:



Aufbau und Beschaffenheit:

  • Größe: ≥ 200 m²
    (idealerweise 500 bis 2000 m² oder größer; kann auch eine Teilfläche einer befestigten Fläche sein, der kein Wasser zuläuft und deren Abfluss separat gefasst wird)
  • Pflasterart:
    fugenarmes Normalpflaster,
    Normalpflaster mit Sickerfuge (rd. 1 cm),
    Normalpflaster mit verbreiteter Sickerfuge (1,5 – 3 cm),
    oder
    wasserdurchlässiger Betonstein (fugenarm)
  • Möglichst einheitlicher Belag/Belagszustand auf der gesamten Fläche, ggf. Informationen zum anstehenden Untergrund
  • Alter: mindestens 2 Jahre
  • Gefälle: maximal 7,5 %
  • Aufbau und verwendete Materialien für Pflaster, Bettung und Tragschicht sollten bekannt sein
  • Kein „unkontrollierter“ Zulauf von Wasser auf die Fläche:
    Das heißt es sollte kein Wasser von angrenzenden Flächen oder Gebäuden auf die Pflasterfläche fließen.
  • „Kontrollierbarer“ Oberflächenabfluss von der Fläche:
    Das heißt der gesamte entstehende Oberflächenabfluss wird an einer oder mehreren Stellen über Rinnen oder Abläufe aufgenommen und abgeleitet, idealerweise an einem Punkt. Der entstehende Oberflächenabfluss darf nicht auf angrenzende Flächen oder in Versickerungsmulden abfließen.
  • Ableitung des Wassers über separate zugängliche Leitungen:
    Das heißt das über Rinnen oder Abläufe gefasste Wasser sollte über Leitungen abgeleitet werden, in denen Messeinrichtungen zum Beispiel in Form eines MID installiert werden können, Zugang zum Beispiel über einen Schacht an der Leitung oder über den Hauptkanal. Bis zur Position der Messeinrichtungen sollten der Leitung keine weiteren Abflüsse von anderen Flächen oder Gebäuden zugeleitet werden.

Weitere Randbedingungen:

  • Stromanschluss sollte vorhanden sein
  • Gegebenenfalls sollten kleine bauliche Veränderungen vorgenommen werden dürfen (wie der Bau eines Schachtes zur Installation der Messinstrumente oder die Sanierung der Leitung bei Undichtigkeit)
  • Fläche sollte in der näheren Umgebung des IKT liegen

 

Ist Ihnen eine geeignete Fläche bekannt und sind Sie an den Ergebnissen interssiert? Dann wenden Sie sich doch bitte an:

 

Dipl.-Ing. (FH) Kathrin Harting
IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur gGmbH
Exterbruch 1
45886 Gelsenkirchen
Tel.: 0209 17806-17
Fax: 0209 17806-88
E-Mail: info@ikt.de
Internet: www.ikt.de


IKT-Newsletter
6. Göttinger Abwassertage: Kooperative Strategien im öffentlichen und privaten Bereich
 

Die aktuelle Umfrage der DWA hat ergeben, dass innerhalb der letzten drei Jahre keine Besserung des Zustandes der öffentlichen Kanalisation eingetreten ist. Der Zustand der Netze hat sich sogar noch etwas verschlechtert. Die Inhalte der 6. Göttinger Abwassertage unter dem Motto „Aus der Praxis für die Praxis“ sollen allen Interessierten das Rüstzeug an die Hand geben, die richtigen Schritte einzuleiten, um in eine komplexe Kanalsanierung einzusteigen.

 

Programm und Anmeldungfinden Sie im Internet: www.goettinger-abwassertage.de

 

Auskunft zum Forum erteilt:

 

Technische Akademie Hannover e.V.
Dr.-Ing. Igor Borovsky
Wöhlerstr. 40
30163 Hannover
Tel. 0511-39433-30
Fax. 0511-39433-40
E-Mail: borovsky@goettinger-abwassertage.de