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IKT-eNewsletter September 2002
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Verleihung gK

Ausgezeichnet: IKT-Preis "Goldener Kanaldeckel" erstmalig vergeben

In diesem Jahr hat das IKT erstmalig den "Goldenen Kanaldeckel" vergeben. Ausgezeichnet wurden Mitarbeiter von Kanalnetz-Betreibern für herausragende Leistungen beim Bau, Erhalt und Betrieb einer modernen Kanalinfrastruktur. Mehr als 20 Bewerbungen aus ganz Deutschland gingen ein. Nun hat die Jury entschieden: Die Gewinner kommen aus Dresden, Kassel, Rülzheim und Witten.

Auf dem IKT-Forum SCHACHT 2002 am 25. September wurden die Gewinner bekannt gegeben und die Preise überreicht.


Die Preisträger des IKT-Preises "Goldener Kanaldeckel", von links:

Dipl.-Ing. Frank Klein (Verbandsgemeindewerke Rülzheim),
Dipl.-Ing. Arno Bauer (Kasseler Entsorgungsbetrieb),
Dipl.-Ing. Thomas Würfel (Stadtentwässerung Dresden),
Dipl.-Ing. Ryszard Piatkowski (Entwässerung Stadt Witten)
in der Mitte:  Roland W. Waniek, IKT

Dieses Forum fand zum zweiten Mal in der großen Versuchshalle des IKT statt. Rund 400 Teilnehmer aus Kommunen, Ingenieurbüros und Industrie kamen, um Berichte über aktuelle Schacht-Forschungsprojekte des IKT zu hören.


Aussteller und Besucher in der IKT-Versuchshalle auf dem IKT-Forum Schacht 2002

Sechzig Fachfirmen präsentierten ihre neuesten Produkte auf einer umfangreichen Fachausstellung. Aussteller kamen sogar aus Japan, Spanien und Österreich zu diesem Treffen der Schacht-Fachwelt nach Gelsenkirchen.

 

im Gespräch: Gäste aus Japan

"Goldener Kanaldeckel" stellt Leistungen kommunaler Netzbetreiber heraus

Ziel des IKT-Preises "Goldenen Kanaldeckel" ist es, die Leistungen von Mitarbeitern von Stadtentwässerungen, Tiefbauämtern und Stadtwerken hervorzuheben. 


IKT-Preis "Goldener Kanaldeckel"

Keine Stadt, keine Gemeinde und kein Wirtschaftsstandort ist heute ohne eine gut funktionierende und umweltfreundliche Abwasserinfrastruktur denkbar. Welche Arbeit, welcher persönlicher und technischer Einsatz dafür erbracht wird, ist aber nur wenigen bekannt. Die Dienstleistung Abwasserentsorgung findet abseits des öffentlichen Interesses statt, sie führt ein Schattendasein und wird wortwörtlich im Untergrund abgewickelt.

 

zahlreiche kommunale Teilnehmer besuchen die Fachausstellung

Dass aber für die gesicherte Abwasserentsorgung tagtäglich in Deutschland Zehntausende von Ingenieuren und Technikern einen wichtigen Beitrag für das Gemeinwesen erbringen, ist kaum bekannt.
Deswegen holt das IKT mit dem "Goldenen Kanaldeckel" herausragende Leistungen einzelner ins Rampenlicht und dokumentiert damit beispielhaft, mit welchem Engagement und technischen Einsatz den Bürgern und der Umwelt gedient wird. Weil Kanaldeckel in Straßen das sichtbare Bindeglied zwischen Bürgern und ihrer Kanalisation sind, heißt der IKT-Preis "Goldener Kanaldeckel". Gleichzeitig sollen die Preisträger mit ihren Projekten in der Branche beispielgebend sein und zu Eigeninitiative und Nachahmung anregen.  


Fachausstellung auf dem IKT-Forum Schacht 2002

Auswahlkriterien und Jury

Preisträger haben besondere Projekte in den Bereichen Bau, Sanierung oder Betrieb von Kanalisation entweder initiiert oder an entscheidender Stelle umgesetzt. Ihre Projekte zeichnen sich aus durch:

  • technische Innovation,

  • Wirtschaftlichkeit und Qualitätsbewußtsein,

  • Umweltfreundlichkeit und

  • Bürgerfreundlichkeit.

Die Preisjury bestand aus hoch angesehenen Fachleuten:

  • Artur Graf zu Eulenburg (bi-UmweltBau),

  • Dr. Helmuth Friede (Güteschutz Kanalbau),

  • Volkmar Holzhausen (Stadtentwässerung Frankfurt/Main),

  • Dr. Eckhart Treunert (NRW-Umweltministerium),

  • Roland W. Waniek (IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur).

Preisträger und ihre Projekte

Die Jury hatte die schwere Aufgabe, aus den mehr als 20 Kandidatenvorschlägen die drei Preisträger auszuwählen. Wegen der z.T. sehr hohen Qualität der eingereichten Vorschläge war dies ein sehr anspruchsvolles Unterfangen mit intensiven Beratungen. Zwei Kandidaten erschienen gleichermaßen preiswürdig, so daß der dritte Platz gleich zwei Mal vergeben wurde. Die Preisträger im einzelnen:

1. Preis mit 5.000 € dotiert:

    Dipl.-Ing. Thomas Würfel, Stadtentwässerung Dresden

    Projekt: Verbundsteuerung eines Mischwassernetzes

    zur Laudatio

 

2. Preis mit 3.000 € dotiert:

    Dipl.-Ing. Frank Klein, Verbandsgemeindewerke Rülzheim

    Projekt: Fremdwasservermeidung in der Schmutzwasserkanalisation der Ortsgemeinde Leimersheim

    zur Laudatio

 

3. Preis mit je 1.000 € dotiert:

  • Dipl.-Ing. Ryszard Piatkowski, Entwässerung Stadt Witten

Projekt: Sanierung des Wannenbachs, dem größten Vorfluter der Wittener Stadtkanalisation

zur Laudatio

 

  • Dipl.-Ing. Arno Bauer,
    Kasseler Entsorgungsbetrieb

Projekt: Optimierte Kanalreinigung

zur Laudation

 

Sponsoren

Das IKT dankt folgenden Firmen sehr herzlich für ihre finanzielle Unterstützung des IKT-Preises "Goldener Kanaldeckel":

Laudationes

Laudatio auf Dipl.-Ing. Thomas Würfel, Stadtentwässerung Dresden

von Roland W. Waniek

Verbundsteuerung eines Mischwassernetzes

Dipl.-Ing. Thomas Würfel erhält den 1. Preis des IKT-Preises "Goldener Kanaldeckel" weil er herausragende Leistungen im Zuge der Einführung einer Verbundsteuerung des Mischwassernetzes in Dresden erbracht hat. Dieses in Deutschland bisher einmalige Projekt zur Steuerung des Mischwassernetzes begann Ende der 90er Jahre, als die Stadtentwässerung Dresden auf der Basis von Schmutzfrachtberechnungen die erforderlichen Beckenvolumina für ihr Netz berechnete. Dabei stellte sich ein Neubaubedarf von knapp 100.000 m³ heraus. Davon wurden rund 36.000 m³ als Regenüberlaufbecken tatsächlich gebaut. Für die restlichen 64.000 m³ ergab sich ein Finanzbedarf von rund 64 Mio. € bis zum Jahr 2005. Dieses Finanzvolumen stand jedoch nicht zur Verfügung, sodaß eine kostengünstigere Lösung gesucht wurde, die aber gleichzeitig das ökologische Ziel, die Belastung der Elbe und ihrer Nebenflüsse auf 250 kg CSB/(hared * a) zu begrenzen, nicht verfehlen durfte.

Daraufhin entstand die Idee, das vorhandene Rohrnetz selbst als Stauraum zu nutzen. Dafür mußte ein ausgeklügeltes System zur Verbundsteuerung eingeführt werden, das eine optimale Nutzung sämtlicher Speicherräume, insbesondere bei ungleichmäßiger Überregnung, erlauben sollte. Der Bau bzw. die Auswechslung zahlreicher Regelarmaturen wurde notwendig. Dieser Aufgabe widmete sich Herr Würfel mit großem Engagement und Gespür für kostengünstige, aber gleichzeitig robuste technische Lösungen.

Die Erfordernisse an die einzubauenden Regelarmaturen waren sehr hoch. Sie mußten:

  • gute Regeleigenschaften besitzen,

  • im Betrieb äußerst zuverlässig sein,

  • robust gebaut sein und

  • eine Mindestabflußmenge im Versagensfall sicherstellen.

Im Jahre 1998 begann Herr Würfel mit dem Testbetrieb, in dem er einen Absperrschieber 2000x2000 an das Prozeßleitsystem der Kläranlage Dresden-Kaditz anschloß. Die aus den umfangreichen Test gewonnenen Erfahrungen halfen für das weitere Vorgehen. Unter seiner Leitung wurden seit 1999 dann insgesamt sieben Steuer- und Messstellen in neu gebauten oder vorhandenen Sonderbauwerken des Dresdner Kanalnetzes installiert. Bislang arbeiten drei davon im rechnergesteuerten Verbundbetrieb und erlauben es, Wasser im Netz zu stauen und erst nach und nach frei zu geben.

Im Juli 2001 wurde dann der erste Teilabschnitt der Stauraumbewirtschaftung Dresden-Ost in Betrieb genommen. Rund 400.000 m³ Mischwasser wurden seit dem darin schon zurückgehalten. Im Endausbau werden insgesamt 17 Steuerstellen, 10 Schwallspüleinrichtungen und ca. 40 Messstellen über DFÜ an den Verbundsteuerrechner in der Betriebszentrale angeschlossen sein.

Auf diese Weise wurde es möglich, vorhandenes Volumen der Kanalisation zu Stauzwecken intelligent zu nutzen statt neue RÜB zu bauen. Die Kosteneinsparungen sind gewaltig: statt des bereits erwähnten Investitionsbedarfs von 64 Mio. € für Becken sind "lediglich" ca. 13. Mio. € notwendig.

Der außerordentliche Einsatz von Herrn Würfel bei der Einführung dieser technisch hoch innovativen Maßnahmen, bei der Auswahl und beim Bau der verschiedensten Regelarmaturen und deren Anschluß an das Verbundsystem führte als zu erheblichen Wirtschaftlichkeitseffekten. Aber nicht nur die Finanzseite hat davon profitiert, sondern auch die Umwelt: der Gewässerschutz der Elbe und ihrer Nebenflüsse wurde erheblich verbessert, weil heute viel weniger Mischwasser-Entlastungen stattfinden. Dies aber wirkt sich auch positiv für den Bürger aus: die Abwassergebühren steigen nicht durch derartige Ereignisse.

Laudatio auf Dipl.-Ing. Frank Klein, Verbandsgemeindewerke Rülzheim

von Volkmar Holzhausen

Fremdwasservermeidung in der Schmutzwasserkanalisation der Ortsgemeinde Leimersheim

In der Verbandsgemeinde Rülzheim – sie umfasst vier Ortsteile mit insgesamt 41.500 Einwohnern - ist Herr Frank Klein als Techniker in den Gemeindewerken für die Abwasserbeseitigung zuständig. Er trägt Verantwortung für eine Gruppenkläranlage und für ein Kanalnetz von rund 1oo km Länge mit zahlreichen Pumpwerken, Abwasserhebeanlagen, Regenbecken und Regenüberläufen.

Bei der Analyse der Betriebsdaten der fünf Hebeanlagen in der Trennkanalisation der Ortsgemeinde Leimersheim und des netzabschließenden Pumpwerkes mit der anschließenden 3,2 km langen Druckleitung zum Ortsteil Kuhardt fiel Herrn Klein auf, dass die Schmutzwasserkanäle mit einem ungewöhnlich hohen Fremdwasseranteil belastet waren. Er ermittelte für die Jahre 1997 und 1998 Fremdwasseranteile, je nach Jahreszeit, von ca. 50% im Mittel und 270% in der Spitze. Was konnte die Ursache sein? Alles deutete auf das Eindringen von Grundwasser in die Kanäle hin. Die im März und April1998 durchgeführte Fernsehinspektion hatte keine sichtbaren Grundwasserzutritte in den Kanalstrecken gezeigt. Schicksal also? Ursache nicht feststellbar?

Herr Klein ließ nicht locker. Schließlich wurde hier völlig überflüssiger-, ja schädlicherweise sauberes Wasser mit entsprechendem Energieaufwand gepumpt und durch die Verbandskläranlage geschleust. Herr Klein wählte eine sehr einfache Methode, der Sache auf den Grund zu gehen. Eine Methode, die mit Hightech nichts zu tun hatte. Die Methode hieß: schauen wir nach! Schauen wir in den Schächten nach, ob und wo genau zu abwasserarmen Zeiten, in den frühesten Morgenstunden also, Wasser – sauberes Wasser – in den Kanälen fließt. Und befahren wir dann die erkannten Bereiche mit erhöhtem Fremdwasseranfall gezielt mit der Kanalkamera, und zwar in Zeiten höherer Grundwasserstände.

Das also war Herrn Kleins Idee, und er setzte sie in die Tat um. Er überzeugte die Werksleitung zunächst von der Notwendigkeit, kostenträchtige Überstunden und Nachtarbeit des Betriebspersonals zu genehmigen, und schließlich von der Notwendigkeit, auf der Grundlage einer Kanalsanierungsplanung mit erheblichem finanziellen Aufwand 14 Haltungen durch den Einsatz von Fräs- und Spachtelrobotern, durch den Einbau von Kurzlinern und in Einzelfällen auch durch Punktaufbrüche und durch haltungsweises Schlauchlining abzudichten.

Der Erfolg ist eindeutig messbar, nämlich durch eine etwa 50-prozentige Reduzierung der Betriebsstunden der innerörtlichen Hebewerke in Leimersheim und des netzabschließenden Pumpwerks. Insgesamt konnte eine Energiekostenersparnis von ca 25.000 € jährlich nachgewiesen werden.

Das Problem hoher Fremdwasserzuflüsse tritt vielerorts auf, es wird jedoch vielfach - um nicht zu sagen: meistens - achselzuckend hingenommen. Im Projekt "Fremdwasservermeidung in der Schmutzwasserkanalisation der Ortsgemeinde Leimersheim" erfolgte eine haltungsbezogene Fremdwasserlokalisierung mit anschließender gezielter Schadensfeststellung, Planung und Durchführung von den festgestellten Schadensbildern angemessenen Sanierungen unterschiedlichster Art. Durch die Entlastung der Schmutzwasserkanalisation Leimersheim, der Hebewerke und Pumpstationen und der Verbandskläranlage Rülzheim von unerwünschtem Grundwasser werden Energie und Kosten eingespart und wird die Umwelt geschont.

Herr Klein hat dieses Projekt initiiert und mit Beharrlichkeit innovativ, qualitäts- und umweltbewusst erfolgreich durchgeführt. Das Preisgericht hat ihm für die Durchführung dieses beispielhaften Projekts den zweiten Preis zuerkannt.

Laudatio auf Dipl.-Ing. Ryszard Piatkowski, Entwässerung Stadt Witten

von Artur Graf zu Eulenburg

Sanierung des Wannenbachs, dem größten Vorfluter der Wittener Stadtkanalisation

Das folgende Beispiel aus Witten, das eng mit dem Namen Ryszard Piatkowski verbunden ist, befasst sich zum einen mit einem Problem, das vielen Kanalnetzbetreibern auf den Nägeln brennt – Stichwort Fremdwasser. Zum anderen verdeutlicht es, dass Investitionen in das Kanalnetz über den eigentlichen Zweck hinaus, nämlich das Abwasser sicher und umweltverträglich abzuleiten, zu erheblichen Einspareffekten führen können.

Der größte Vorfluter der Wittener Stadtkanalisation, der Wannenbach, war ursprünglich ein offenfließender Bachlauf, in den alle anfallenden Abwässer eingeleitet wurden. Zwischen 1920 und 1965 wurde er auf gesamter Länge von 3,5 Kilometern zum geschlossenen Kanal ausgebaut, über den das Mischwasser – inklusive des anfallenden Grund- und eingeleiteten Bachwassers - an den Ruhrverband zur Aufbereitung abgegeben wurde.

1984 teilte der Ruhrverband mit, dass die von der Stadt Witten abgegebenen Abwassermengen im Verhältnis zur Einwohnerzahl deutlich zu hoch seien. Entweder seien die Abwassermengen zu senken oder die zu zahlende Summe für die Abwasseraufbereitung werde erheblich angehoben.

Vor diesem Hintergrund wurde ein Konzept entwickelt, das zum einen die Sanierung der baulichen Substanz des gemauerten Maulprofils mit 2,30 Meter Breite und 2 Meter Höhe vorsah. Zum anderen sollte das anfallende Grundwasser in einer auf ganzer Länge in der Sohle einzubauenden HDPE-Leitung DN 400 durch Sauger aufgenommen werden. Das zufließende Bachwasser sollte separat gefasst und ebenfalls durch diese Leitung abgeleitet werden.

Mit dem Projekt wurde 1987 begonnen. Ende 2001, also nach rund 15 Jahren Bauzeit, wurde es abgeschlossen. Die Gesamtkosten betrugen 12,1 Millionen DM.

Was wurde dafür erreicht?

Heute fließen aus der eingebauten Leitung im Mittel 40 Liter pro Sekunde Grund- und Bachwasser durch den noch offenen und unbelasteten Wannenbach direkt in die Ruhr. Das sind Tag für Tag 3456 Kubikmeter sauberes, klares Wasser. Daraus ergeben sich eingesparte Kosten von ca. 1,2 Millionen DM pro Jahr. Somit hat sich die gesamte Maßnahme, einschließlich der umfangreichen Bauwerksanierung bereits in 10 Jahren selbst finanziert. Wobei der hohe ökologische Wert des Projektes bei dieser monetären Betrachtungsweise noch gar nicht berüchsichtigt wird.

Ryszard Piatkowski war als Bauleiter an der Umsetzung dieses Vorhabens in entscheidendem Maße beteiligt. Mit großem technischen Wissen hat er alle über die grundsätzliche Planung hinausgehenden technischen Details erarbeitet. Dazu gehörte neben ingenieurmäßigem Denken und Handeln auch ein hohes Maß an persönlichem Engagement. Ohne diesen Einsatz von Ryszard Piatkowski, so ist man seitens der Entwässerung Stadt Witten überzeugt, hätte die Baumaßnahme nicht so technisch ausgereift und mit sicherer Aussicht auf eine lange Haltbarkeit, sowie mit einfachen Möglichkeiten der Unterhaltung ausgeführt werden können.

Für diese herausragend Leistung soll Ryszard Piatkowski nach dem Votum der Jury mit dem dritten Preis in diesem Wettbewerb geehrt werden.

Laudatio auf Dipl.-Ing. Arno Bauer, Kasseler Entsorgungsbetrieb

von Dr. Helmuth Friede

Betrieb von Kanalisation, Optimierte Kanalreinigung

Mitte 1999 wollten die Kasseler Entwässerungsbetriebe die Routinereinigung der ca. 800 km öffentliche Kanäle in Kassel neu strukturieren.

Herr Bauer legte dazu einen Maßnahmenkatalog vor:

1. Anschaffen eines GIS - gestützten Kanalreinigungsprogramms

2. Automatisches Berechnen der Reinigungsintervalle nach den mit der Aufsichtsbehörde abgestimmten Parametern (Kanalart, Durchmesser, Gefälle)

3. Eingeben aller gesammelten Informationen aus jahrelanger Erfahrung der Kanalreinigungskolonnen

4. Planen der Reinigungsmaßnahmen und Durchführen der Reinigung mit anschließendem Rücklauf aller manuell erfassten Daten während der Reinigung (Zeitaufwand, Art der Spüldüse, Grad der Verunreinigung).

Reinigungsaufträge in konventioneller Papierform stellen einen erheblichen Aufwand dar. Desweiteren war die Dokumentation in Form der rücklaufenden Reinigungsdaten und deren Eingabe in das Reinigungsprogramm mit großem personellem Aufwand verbunden. Nach Beurteilung der Gesamtsituation und Auswertung des Arbeitsaufwandes formulierte Herr Bauer, gemeinsam mit der Softwarefirma, einen Anforderungskatalog für eine fehlerfreie und bessere Dokumentation und Reduzierung des Arbeitsaufwandes beim Datentransfer.

In enger Zusammenarbeit mit den eigenen Kanalbetriebsarbeitern und der Softwarefirma wurde der Anforderungskatalog abgearbeitet. Die Softwarefirma programmierte die Schnittstelle und erstellte die Software für einen mobilen Rechner, der nicht größer als eine Handfläche ist und in der Lage ist, Barcodes zu scannen.

Der Kasseler Entwässerungsbetrieb ist heute in der Lage, durch sein Reinigungsprogramm eine bedarfsgerechte Kanalreinigung durchzuführen.

Mit Einführung des Reinigungsprogramms DIBA-Regie und Kenntlichmachung der Abwasserschächte mittels Barcode wurde die Kanalreinigung des Kasseler Entwässerungsbetriebes in Leistung und Dokumentation optimiert. Wesentliche Faktoren sind: kein Verlust von Informationen beim Ausscheiden von Personal, Überprüfbarkeit der Leistung von Mensch und Maschine, Qualitätssicherung, Nachvollziehbare Dokumentation und grafische Darstellung der erbrachten Reinigungsleistung gegenüber der Aufsichtsbehörde.

Die Betriebsleitung unterstützt auch weiterhin die Vorgehensweise von Herrn Bauer und erwartet die Umsetzung seiner technischen Innovationen, unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten und die Umsetzung seiner Qualitätsansprüche.

Langfristig geht der Betrieb von einem Einsparungspotenzial von 25 % aus.

Für weitere Informationen
wenden sie sich bitte an:

Roland W. Waniek
IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur
Exterbruch1, Gelsenkirchen
Tel.: 0209 17806-36
Fax: 0209 17806-88
Email: waniek@ikt.de



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