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IKT - Institut für Unterirdische Infrastruktur gGmbH

Goldener Kanaldeckel 2025 geht an Bochum, Ettlingen und Arnheim

Beitrag vom 13. November 2025
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Die Preisträger des „Goldenen Kanaldeckel 2025“: Frank Großklags (Mitte), Erik Laurentzen (Mitte links) und Christian Baeßler (Mitte rechts; in Vertretung von Dr. Moritz Heidecker)

Dieses Jahr haben wir den „Goldenen Kanaldeckel“ zum 18. Mal verliehen. Die begehrten Trophäen gehen nach Arnheim, Bochum und Ettlingen. Herzlichen Glückwunsch! Die Gewinnerprojekte sind dieses Mal besonders spannend.

Mit dem „Goldenen Kanaldeckel“ stellen wir die Bedeutung der Kanalisation als grundlegende Infrastruktur für unser Leben heraus. Wir prämieren Mitarbeiter von Stadtentwässerungen werden für ihre herausragenden Leistungen in vorbildhaften Projekten.

Die feierliche Preisverleihung fand auf dem diesjährigen „Tag der Kommunalen Abwasserbetriebe“ am 12. November 2025 im IKT statt. Mehr als 100 Teilnehmer am Kommunalen Netzwerk der Abwasserbetriebe – KomNetAWBASSER waren dabei und feierten die Preisträger. Überreicht wurden die Preise von zwei der drei Juroren, Artur Graf zu Eulenburg und Roland W. Waniek.

Platz 3 des „Goldenen Kanaldeckel“ geht an Erik Laurentzen (2vl) und Johan Post (1vl) von der Gemeente Arnhem, Niederlande. Ihr Projekt: „Bewertung von Inspektionsinstrumenten für Druckleitungen – eine praxisnahe Untersuchung“.
Die Juroren Artur Graf zu Eulenburg (1vr) und Roland W. Waniek (2vr) gratulieren!

Dritter Platz

Erik Laurentzen und Johan Post, Gemeente Arnhem, Niederlande
Projekt: „Bewertung von Inspektionsinstrumenten für Druckleitungen – eine praxisnahe Untersuchung“
Preisgeld: 500 Euro

Erik Laurentzen ist Leiter des Abwasserbetriebs der Stadt Arnhem in den Niederlanden. Druckleitungen sind dort, wie anderswo auch, zentrale Elemente des Abwassersystems. Sie sind kritisch und dürfen nicht ausfallen. Sie sind ständig im Betrieb, was ihre Inspektion und Zustandserfassung sehr schwer macht.

Daher hat Laurentzen begonnen zu untersuchen, welche Inspektionsmethoden am Markt verfügbar sind. Er wollte vor allem wissen, was diese tatsächlich leisten können, welche Vor- und Nachteile sie haben.

IKT-Geschäftsführer Roland W. Waniek lobt die Preisträger des „Goldenen Kanaldeckel 2025“.

Er hat verschiedene Marktteilnehmer und Forschungseinrichtungen an einem Tisch gebracht und als ein Team zusammengearbeitet.

Als Untersuchungsobjekt hat er die Druckleitung „Vredenburg“ in Arnheim-Süd gewählt. Sie ist 1.245 Meter lang, hat ein Durchmesser von 500 mm und besteht aus Asbestzement, glasfaserverstärktem Kunststoff und Gusseisen.

Ein Teil der Druckleitung wurde freigelegt und Rohrabschnitte wurden zur genaueren Untersuchung im Labor ausgewählt. Dies geschah u.a. mit einem CT-Scan an der TU Delft, um zu sehen, ob die Rohrwanddicke abgenommen hat.

Die Ergebnisse der Laboruntersuchungen wurden mit verschiedenen Prüftechniken verglichen und mit den in-situ-Inspektionsergebnissen abgeglichen.

Johan Post und Erik Laurentzen von der Gemeente Arnhem freuen sich über ihren Preis

Diese Untersuchung lieferte sehr wertvolle und lehrreiche Erkenntnisse über das gesamte Kanalisationsnetz Arnheims.

Erik Laurentzen hat dieses Projekt angestoßen und geleitet. Als Ergebnis haben er und sein Team einen 60-seitigen, detaillierten Bericht verfaßt. Dieser beinhaltet alle Prüfergebnisse, Erkenntnisse und Erfahrungen.

In den Schlußfolgerungen seines umfangreichen Berichts faßt er auch Empfehlungen für Netzbetreiber zusammen, die sehr lesenswert sind – auch für deutsche Stadtentwässerungen und Netzbetreiber.

Für dieses Projekt und den vorbildhaften Wissenstransfer für die Kollegen aus anderen Kommunen erhält Laurentzen den „Goldenen Kanaldeckel 2025“.

Platz 2 des „Goldenen Kanaldeckel 2025“ nimmt Christian Baeßler (li.) von der Stadt Ettlingen entgegen in Vertretung von Dr. Moritz Heidecker. Projekt: „Strategisches Infrastrukturmanagement“
Die Juroren Artur Graf zu Eulenburg (1vr) und Roland W. Waniek (2vr) gratulieren!

Zweiter Platz

Dr. Moritz Heidecker, Stadt Ettlingen
Projekt: „Strategisches Infrastrukturmanagement“
Preisgeld: 1.000 Euro

Moritz Heidecker ist Bürgermeister und Dezernent in Ettlingen, Baden-Württemberg. Er hat das Projekt Strategisches Infrastrukturmanagement angestoßen und geleitet. Durch eine systematische Erfassung von Straßenzuständen und Kanalisation wurde eine objektive Datenbasis geschaffen. Dies erleichtert der Stadt sachkundige Entscheidungen und langfristige Planung, gepaart mit KI-unterstützter Schadensanalyse zur Effizienzsteigerung.

Die Prüfung verschiedener Strategien – von „Weiter so“ bis hin zur Bedarfsstrategie – zeigte deutliche Unterschiede in Ergebnissen und Nachhaltigkeit. Letztere bietet verbesserte Instandhaltungen mit langfristig geringeren Gesamtkosten und minimalen Belastungen für die Bürger.

Applaus für die Preisträger des „Goldenen Kanaldeckel 2025“

Seit 2021 werden in Ettlingen die Straßen fortlaufend befahren und neu bewertet und seit 2024 wird das Infrastrukturmanagement, inklusive der Kanalinstandhaltungsstrategie fortlaufend überarbeitet.

Elemente des Projektes sind:

  • Professionelles Straßenerhaltungsmanagement: Implementierung eines Systems zur Zustandsbewertung, das auf genauen Datenerhebungen basiert.
  • Analyse mit KI: Einsatz Künstlicher Intelligenz zur genauen Analyse und Vorhersage von Infrastrukturproblemen, um gezielte Maßnahmen zu unterstützen.
  • Zusammenführung von Strategien: Entwicklung eines integrierten Ansatzes, der sowohl Straßen- als auch Kanalinfrastruktur umfasst, um Synergien zu nutzen und Effizienz zu steigern.
  • Zunächst Datenerfassung in GIS, beginnend 2018
  • Datenbank zur Zustandserfassung
  • Der „Goldene Kanaldeckel 2025“ in Gewinnerhand

  • Alterungsanalysen zur Vorhersage von Wartungsbedarf

Projektergebnisse:

  • Hohe Transparenz für Bürger und Entscheidungsträger
  • Gezielte Ressourcenverwendung: reduziert Unterhaltungskosten
  • Laufende Evaluierung und Anpassung
  • Nachhaltige Instandhaltung

Dr. Heidecker hat als Bürgermeister dieses Projekt angestoßen und die politischen, personellen und administrativen Voraussetzungen für dessen Erfolg geschaffen.

Umgesetzt wurde es vom Team der zuständigen Abteilungen mit deren Amtsleitern. In seiner Vertretung hat Christian Baeßler die Trophäe entgegengenommen.

Platz 1 des „Goldenen Kanaldeckel 2025“ erhält Frank Großklags (li.) von der Stadt Bochum. Sein Projekt: „Aufteilung von städtischen Straßenquerschnitten für Trennsystem und Schwammstadt“
Die Juroren Artur Graf zu Eulenburg (1vr) und Roland W. Waniek (2vr) gratulieren!

Erster Platz

Frank Großklags, Stadt Bochum
Projekt: „Innovative Lösungsansätze bei der Aufteilung von (inner-)städtischen Straßenquerschnitten unter Berücksichtigung der Netzerweiterungen durch den Bau von Trennsystemen, Klimanpassungsmaßnahmen (Schwammstadt) und der Energie- und Wärmewende“
Preisgeld: 2.000 Euro

Frank Großklags ist Abteilungsleiter Entwässerung im Tiefbauamt Bochum. Zu seinen Aufgaben gehören unter u.a. die Umsetzung des Abwasserbeseitigungskonzeptes, der Ausbau des Trennsystems sowie Klimaanpassungsmaßnahmen zur Stärkung der Klimaresilienz in Bochum.

Eine wesentliche Voraussetzung für eine wassersensible Umgestaltung der innerstädtischen Entwässerungsinfrastruktur in Bochum ist der schrittweise Umbau der Mischwasserkanalisation in ein Trennsystem. Dies erfordert einen zusätzlichen Kanal für das Sammeln und Ableiten von Regenwasser. Will man nach klärpflichtigem und nicht klärpflichtigem Oberflächenwasser trennen, werden sogar zwei zusätzliche Leitungen benötigt. Der unterirdische Bauraum im innerstädtischen Bereich ist jedoch knapp und wird auch für die zahlreichen Leitungen der Versorger für Gas, Wasser, Fernwärme, Strom und Kommunikation beansprucht und genutzt.

Artur Graf zu Eulenburg hält die Laudatio über den Gewinner des 1. Preises, Frank Großklags aus Bochum.

Vor diesem Hintergrund wurden in Bochum Optimierungsansätze zur Ausnutzung von Straßenquerschnitten erarbeitet. Um platzsparend das Kanalsystem erweitern zu können, werden die zusätzlich benötigten Regenwasserkanäle seitlich versetzt über dem Schmutzwasserkanal angeordnet und unter Verwendung des Aushubes in Flüssigboden verlegt. Bei dieser Bauweise muss die ursprüngliche Grabenbreite nicht vergrößert werden, es wird für die neuen Regenwasserleitungen die Trasse des vorhandenen Kanals genutzt. Der so eingesparte Platz im Straßenquerschnitt steht für den Bau zusätzlicher Leitungssysteme oder Schwammstadtelemente zur Verfügung.

Diese Art der Rohrverlegung wurde zum ersten Mal in dem Bauvorhaben „Castroper Straße“ erprobt und hat sich mittlerweile in weiteren Projekten sowohl in technischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht bewährt.

Darüber hinaus werden zukünftige Planungs- und Bauprozesse mehr und mehr durch die Erstellung „digitaler Zwillinge“ unterstützt. Hierzu dient ein BIM-fähiges 3D-Geländemodell, mit dem vorhandene Oberflächenstrukturen sowie Kanäle und Leitungen unterhalb der Straßenoberfläche durch Verknüpfung von Georadarmessungen und Laserscans dargestellt werden.

Zusammen mit seinem engagierten Team ist es Frank Großklags als treibende Kraft gelungen, durch den Einsatz einer integrierten Planung und innovativer Bauweisen und Bauverfahren und mit dem Einsatz von nachhaltigen Rohrsystemen einen modernen Standard für den innerstädtischen Leitungsbau zu setzen, der technische Innovation, Wirtschaftlichkeit, Umweltschutz, Klimaanpassung und Bürgerfreundlichkeit im Kanalbau erfolgreich verbindet.

In Anerkennung für diese Leistung wird Frank Großklags der Goldene Kanaldeckel verliehen.

Preis Goldener Kanaldeckel

Begehrte Trophäe: Goldener Kanaldeckel des IKT

Jury „Goldener Kanaldeckel“

Die Jury besteht aus drei Juroren:

  • Hans-Joachim Bihs von den Wirtschaftsbetrieben der Stadt Hagen
  • Artur zu Eulenburg von der Fachzeitschrift B_I UmweltBau
  • Roland W. Waniek (Vorsitz) vom IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur

Wir gratulieren allen drei Preisträgern des „Goldenen Kanaldeckel 2025“ sehr herzlich!

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