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Sanierung von Abwasserschächten: Worauf es wirklich ankommt

Beitrag vom 06. Oktober 2025
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Herablassen des Schachtunterteils

Einbau eines Schacht-in-Schacht-Systems

Wie komplex die Sanierung von Abwasserschächten ist, wird im Betriebsalltag häufig unterschätzt. Dabei zeigen Praxis und Forschung seit Jahren, dass gerade hier kleine Ausführungsfehler zu erheblichen Folgeschäden führen können. Im Podcast sprechen Professor Bert Bosseler und Markus Gillar (IKT) über typische Schwachstellen, wiederkehrende Fehlerbilder und zentrale Erfolgsfaktoren bei der Sanierung von Abwasserschächten.

Worauf es wirklich ankommt, nämlich eine sorgfältige Untergrundvorbereitung und die Wahl des geeigneten Sanierungsverfahrens, hören Sie hier im kostenfreien:
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Hier fassen wir den Podcast für Sie zusammen:

Was ist los im Schacht? Schäden identifizieren und sanieren.

Schachtsanierung ist kein „Mitlaufen“ zur Haltungssanierung

Ein zentrales Thema des Podcasts ist die klare Abgrenzung der Schachtsanierung als eigenständige Sanierungsaufgabe. In der Praxis wird sie häufig als begleitende Maßnahme zur Haltungssanierung behandelt. Genau darin sehen Bosseler und Gillar ein strukturelles Problem.

Abwasserschächte erfüllen eigenständige Funktionen im Netz und sind anderen Beanspruchungen ausgesetzt als Haltungen. Entsprechend unterscheiden sich auch Schadensmechanismen, Sanierungsziele und technische Anforderungen. Eine schematische Übertragung von Vorgehensweisen aus der Haltungssanierung führt daher häufig zu mangelhaften Ergebnissen.

Blick von oben in den Testschacht

Sorgfalt notwendig: Untergrundvorbereitung im IKT-Labor

Untergrundvorbereitung ist kritischer Erfolgsfaktor

Besonders deutlich wird im Podcast die Bedeutung der Untergrundvorbereitung. Sie ist nach Einschätzung beider Gesprächspartner einer der häufigsten Schwachpunkte bei Schachtsanierungen.

Unzureichend vorbereitete Oberflächen, verbleibende Schadstoffe oder ungeeignete Vorarbeiten beeinträchtigen die Haftung von Auskleidungen und Beschichtungen erheblich. Die Folge sind frühzeitige Ablösungen, Undichtigkeiten oder erneute Schäden – oft bereits nach wenigen Jahren.

Die Qualität der Untergrundvorbereitung entscheidet damit maßgeblich über die Dauerhaftigkeit der Sanierung.

Untersuchung des im Labor eingebauten Liners

Auf die Auswahl kommt es an – nicht jedes Material ist für jede Schadenssituation geeignet

Materialwahl und Ausführung: Details mit großer Wirkung

Neben der Untergrundvorbereitung thematisiert der Podcast die Auswahl geeigneter Sanierungssysteme und die handwerkliche Ausführung. Der Markt bietet eine Vielzahl von Materialien und Verfahren – nicht jedes ist für jede Schadenssituation geeignet.

Bosseler und Gillar betonen, dass viele Probleme nicht aus fehlenden technischen Lösungen resultieren, sondern aus deren falscher Anwendung. Unklare Randbedingungen, unzureichende Abstimmung auf den vorhandenen Schachtzustand oder Abweichungen von den Verarbeitungsvorgaben führen regelmäßig zu Schäden.

Qualitätssicherung beginnt vor der Ausführung

Prüfer setzt das Haftzugprüfgerät an

Vor der Sanierung: IKT-Prüfer testet, bei welcher Zugkraft die Schachtoberfläche abreißt.

Ein weiterer Schwerpunkt des Podcasts ist die Rolle der Qualitätssicherung. Diese wird häufig auf die Abnahme reduziert. Aus Sicht der Experten greift das deutlich zu kurz.

Entscheidend ist die Begleitung des gesamten Sanierungsprozesses – von der Bestandsaufnahme über die Ausführung bis zur Dokumentation. Nur so lassen sich Fehler frühzeitig erkennen und korrigieren. Qualitätssicherung ist damit kein bürokratischer Zusatz, sondern ein zentrales Instrument der betrieblichen Risikominimierung.

Dokumentation ist Betreiberpflicht

Eng verknüpft mit der Qualitätssicherung ist die Dokumentation. Sie dient nicht nur der Nachvollziehbarkeit, sondern auch der rechtlichen und organisatorischen Absicherung des Kanalnetzbetreibers.

Blick von oben in Schacht, Sanierer mit Spritzpistole beschichtet Schachtwand

Schachtbeschichtung mit Spritzpistole

Im Podcast wird deutlich: Wer Sanierungsentscheidungen, Ausführungsbedingungen und Ergebnisse nicht sauber dokumentiert, verliert langfristig die Kontrolle über den Zustand seiner Schächte – und erhöht das Risiko von Fehlentscheidungen in der Zukunft.

Fazit: Schachtsanierung braucht Fachwissen und Aufmerksamkeit

Der Podcast macht deutlich, dass die Sanierung von Abwasserschächten ein technisch anspruchsvolles und betrieblich relevantes Thema ist. Kleine Fehler in Vorbereitung, Ausführung oder Überwachung können große Langzeitwirkungen haben.

Bosseler und Gillar plädieren daher für mehr Fachwissen, klare Verantwortlichkeiten und eine stärkere Fokussierung auf Qualitätssicherung und Dokumentation. Nur so lassen sich dauerhafte Sanierungserfolge erzielen und Folgekosten vermeiden.

Mehr Wissen: Weiterbildung zur Schachtsanierung

1. Online-Crashkurs Schachtsanierung

Für den praxisnahen Einstieg oder die gezielte Auffrischung:

  • typische Schadensbilder an Abwasserschächten und deren Ursachen
  • Untergrundvorbereitung, Auskleidung und Beschichtung
  • Auswahl geeigneter Sanierungsverfahren
  • Qualitätssicherung, Fremdüberwachung und Protokollierung aus Betreibersicht

🔗 Hier: Programm & Anmeldung

 

 

 

2. Lehrgang Schachtsanierungsberater (mit Zertifizierung)

Für alle, die tiefer einsteigen wollen und Verantwortung übernehmen.
Dieser mehrtägige Präsenzlehrgang richtet sich an Fachleute, die:

  • Schachtsanierungen fachlich bewerten, begleiten oder steuern
  • Sanierungsverfahren sicher auswählen und begründen wollen
  • Qualität systematisch sichern möchten
  • ihre Kompetenz durch eine IKT-Zertifizierung nachweisen wollen

🔗 Hier: Programm & Anmeldung

Weitere IKT-Seminare und Lehrgänge:
www.ikt.de

 

 

IKT-Warentest und Forschungsbericht zu Schachtsanierung

Warentest „Schachtsanierung“:
Ergebnistabelle
Testbericht

Forschungsbericht:
Sanierung von Abwasserschächten
– Untersuchung von Materialien und Systemen zur Abdichtung und Beschichtung –
Langfassung (277 Seiten)
Kurzbericht (46 Seiten)

 

Portrait Markus Gillar, Mann mit Brille

IKT-Schachtexperte Markus Gillar

Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Markus Gillar
Telefon: 0209 17806-46
E-Mail: gillar@ikt.de

 

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