Internationale IKT-Konferenz 2026: Wie KI, Drohnen und Robotik den Kanalbetrieb verändern – und worauf sich Netzbetreiber vorbereiten sollten

Dr. Iain Naismith moderiert die internationale IKT-Konferenz „AI, Drones, Sensors and Robots for Smart Sewers and Urban Drainage 2026“
Am 11. und 12. Februar 2026 traf sich die internationale Fachwelt im IKT zur zweiten Konferenz „AI, Drones, Sensors and Robots for Smart Sewers and Urban Drainage“. Es ging um Cutting-Edge-Technologien und neueste Erkenntnisse aus der Forschung für den Kanalbetrieb.
Drohnen im Kanal: Präzise 3D-Modelle und mehr Arbeitssicherheit

14 Länder sind auf der IKT-Konferenz „AI, Drones, Sensors and Robots for Smart Sewers and Urban Drainage 2026“ vertreten.
Was dies für Netzbetreiber und Inspekteure bedeutet:
- Höhere Arbeitssicherheit durch weniger Einstiege in gefährliche Haltungen
- Schnellere und vereinheitlichte Datenerhebung
- Exakte 3D-Rohrvermessung mittels LiDAR
- Präzise Erfassung von Querschnittsverengungen und Routenabweichungen
- Verlässliche Geometrien für passgenaue Liner-Konfektionierung
Drohnen können auch schwimmen
Drohnen können nicht nur fliegen, sondern auch schwimmen. So wurden auch Über- und Unterwasserdrohnen vorgestellt. Sie kommen insbesondere in teil- oder vollgefüllten Haltungen zum Einsatz. Die Systeme entwickeln sich weiter – vor allem in Richtung höherer Autonomie.
Live-Demonstrationen
Ein besonderes Highlight waren die Live-Vorführungen von Flug- und Schwimmdrohnen in der Versuchshalle und im unterirdischen Forschungskanal des IKT. Technologien wurden so unmittelbar greifbar.Sensorik: Der „Sewer Ball“ und das Micro-MAC-System
Mit dem „Sewer Ball“ Frankreich lassen sich im Freigefälle Temperatur, pH-Wert, Leitfähigkeit und Redoxpotenzial erfassen. Infiltrationen lassen sich lokalisieren und volumetrisch abschätzen – eine belastbare Grundlage, um Sanierungen zu priorisieren.
Das IKT stellte mit dem MAC-System eine zerstörungsfreie Methode zur Bestimmung der Rohr-Boden-Steifigkeit – geeignet für Großprofile und seit Neuestem auch für mittlere Nennweiten von DN 300–800. Damit lassen sich Altrohrzustände für die Sanierungsplanung bewerten und Qualität von Liner-Sanierungen prüfen.

Prof. Franz Tscheikner-Gratl aus Norwegen berichtet über erste Ergebnisse des Forschungsprojekts PIPEON.
Robotik: Autonome Inspektion und Reparatur
EU-Forschungsprojekte wie PIPEON entwickeln autonome Inspektions- und Reparaturroboter für Abwasserkanäle. Diese sollen selbstständig durch raue Kanalumgebungen navigieren, Schäden erkennen, Hindernisse beseitigen und Sensoren in unzugänglichen Bereichen installieren können.
Das Institut für Datenbankorientiertes Konstruieren (IDoK) an der Jade Hochschule forscht an Roboterhunden. Sie sollen in engen und gefährlichen Umgebungen Transport- und Assistenzaufgaben für Kanalarbeiter übernehmen.
KI im Kanalbetrieb – Artificial Intelligence & Human Intelligence
Referenten aus Australien, Belgien, Großbritannien und Deutschland zeigten konkrete Use Cases:- KI-gestützte Videoauswertung
- Infiltrationserkennung
- Überflutungsprognosen
- Belüftungssteuerung
- KI-basierte Investitions- und Sanierungsplanung
Damit verschiebt sich der Fokus im Kanalbetrieb: weg von rein reaktiver Bewertung hin zu datenbasierter, strategischer Priorisierung.
Allerdings zeigen die gemachten Erfahrungen:
Ohne „Human-in-the-Loop“ sinkt die Genauigkeit. KI bleibt Assistenzsystem – die Verantwortung beim Menschen.

Prof. Dr.-Ing. Bert Bosseler, Wissenschaftlicher Leiter des IKT, spricht über Chancen und Voraussetzungen von KI im Kanalbetrieb.
Was jetzt zählt: Daten sammeln, Chancen nutzen
In der abschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich:
Die größte Herausforderung ist nicht die KI selbst, sondern die Daten.
Validierte Schadenskodierungen, saubere Zeitreihen, strukturierte Bestandsdaten – ohne diese Basis bleibt jede KI ein Blindflug.
Die Zukunft des Kanalbetriebs wird datengetrieben. Netzbetreiber müssen sich darauf jetzt schon vorbereiten, so Prof. Bosseler:
„Be prepared. Collect data.“
Denn: Nicht die KI-Technologie steht im Mittelpunkt – sondern die Qualität der Daten. Wer heute Daten sammelt und validiert, schafft die Basis für gute Entscheidungen von morgen.

Michael Voß von der Stadtentwässerung Frankfurt/M. stellt Anforderungen an KI aus Sicht eines Netzbetreibers.
Fazit für kommunale Netzbetreiber
Die Konferenz zeigte: Drohnen machen komplizierte Inspektionen möglich und erhöhen die Arbeitssicherheit, Sensorik schafft belastbare Daten, Robotik automatisiert Aufgaben und KI beschleunigt Auswertung und Priorisierung. Aber der Mensch bleibt verantwortlich.
Und wer heute Daten strukturiert erfasst und validiert, schafft die Grundlage für den datengetriebenen Kanalbetrieb von morgen.
🎧 Jetzt reinhören: Der Podcast zur Konferenz
Weitere Einblicke und eine Einordnung der wichtigsten Erkenntnisse bietet Prof. Dr.-Ing. Bert Bosseler, Wissenschaftlicher Leiter des IKT, im aktuellen Podcast:
Bosselers Notizen vom 11./12.02.2026 zur internationalen IKT-Konferenz
👉 Alle Podcasts von Prof. Bosseler finden Sie hier: KanalSpezial – der KomNetAbwasser-Podcast
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Die nächste IKT-Konferenz zu KI, Drohnen, Sensoren und Robotern findet am 3. und 4. Februar 2027 in Gelsenkirchen statt.
IKT International Conference AI, Drones, Sensors and Robots for Smart Sewers and Urban Drainage 2026
Ansprechpartnerin
Ashwini Ausekar, M.Sc.
Telefon: 0209 17806-0
E-Mail: ausekar@ikt.de
















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