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IKT - Institut für Unterirdische Infrastruktur gGmbH

Nicht auf der IFAT? Wir waren für Sie dort – unser Bericht.

Beitrag vom 06. Mai 2026
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Prof. Bert Bosseler und Marco Schlüter berichten live von der IFAT 2026 für das KomNetABWASSER

Live-Interviews von der IFAT 2026: Prof. Bert Bosseler und Marco Schlüter beim Aussteller-Rundgang mit Mikrofon und Kamera

Was wir für Sie gesehen und gehört haben: Für die Teilnehmer des KomNetAbwasser, die nicht selbst nach München kommen konnten, berichteten wir live von der IFAT 2026 – mit kurzen Interviews an den Ständen ausgewählter Firmen und einem Blick auf spannende Produkte, technische Lösungen und Innovationen für Abwasserbetriebe. Lesen Sie hier unsere Zusammenfassung.

Durch die Live-Übertragung führten Prof. Dr.-Ing. habil. Bert Bosseler, Wissenschaftlicher Leiter des IKT, und Dipl.-Ing. Marco Schlüter, Leiter des Kommunalen Netzwerks der Abwasserbetriebe – KomNetABWASSER.

Der rund einstündige Rundgang ging unter anderem zu Ausstellern aus dem fachlichen Umfeld des Vereins der Wirtschaft zur Förderung des IKT e.V. Im Mittelpunkt standen Mikroplastik und Leichtstoffe, Regenwassermanagement, Rohrsysteme, Kanalsanierung, Rattenbekämpfung, Qualitätssicherung, digitale Anwendungen und KI.

3P stellt auf der IFAT 2026 eine Anlage zur Regenwasserbehandlung mit Abscheidung von Leichtstoffen und Mikroplastik vor

Leichtstoffe, Schwebstoffe und Mikroplastik: Anlage zur Regenwasserbehandlung am Stand der 3P Technik Filtersysteme GmbH

3P: Mikroplastik und Leichtstoffe im Regenwasser

Erste Station war der Stand von 3P Technik in Halle A3. Dort wurde eine Weiterentwicklung des bekannten Hydroshark-Systems vorgestellt. Die Anlage kombiniert Sedimentation mit einer Skimmertechnologie zur Abscheidung von Leichtstoffen, Schwebstoffen und Mikroplastik, etwa aus Reifenabrieb.

Die leichtstoffhaltige Oberflächenphase wird über einen rotierenden Skimmer aus dem Behandlungsraum in eine Leichtstofffalle überführt und dort zurückgehalten. Der Hauptwasserstrom wird weiter sedimentiert.

Für Abwasserbetriebe ist daran besonders interessant: Regenwasserbehandlung wird differenzierter. Neben Sand und absetzbaren Stoffen rücken zunehmend auch Leichtstoffe, Schwebstoffe und Mikroplastik in den Fokus.

Georg Fischer zeigt auf der IFAT 2026 Lösungen zur Regenwasserfiltration und Retention

Georg Fischer Piping Systems Ltd: Regenwasser filtern und zurückhalten

Georg Fischer: Regenwasser filtern und zurückhalten

Bei Georg Fischer Piping Systems standen unter der Bezeichnung „Stormwise“ Lösungen zur Reinigung von Regenwasser in Kombination mit Rückhalte- und Retentionssystemen im Mittelpunkt.

Gezeigt wurden modulare Kaskadensysteme, die je nach Anzahl der Kaskaden an größere befestigte Flächen angebunden werden können. Das Wasser durchläuft zunächst Grobreinigung und Sedimentation und wird anschließend über verschiedene Filtergranulate geführt. Diese können an unterschiedliche Verschmutzungen angepasst werden.

Für Netzbetreiber stellt sich dabei eine zentrale Praxisfrage: Wie lassen sich Regenwasserbehandlung, Rückhaltung und Flächenmanagement so kombinieren, dass Systeme im Alltag funktionieren und zugleich bei Starkregenereignissen wirksam bleiben?

Plasson präsentiert elektroschweißbare Anschlusslösungen für PE-Abwassersysteme

Anschlusssättel mit Kugelgelenk für PE-Hauptkanäle bei der PLASSON GmbH

Plasson: Anschlüsse für PE-Systeme

Am Stand der Plasson GmbH standen elektroschweißbare Formteile für Abwassersysteme im Mittelpunkt. Gezeigt wurden unter anderem Anschlusssättel mit Kugelgelenk für PE-Hauptkanäle. Gegenüber starren Lösungen bieten sie eine hohe Einbauflexibilität.

Ein weiterer Schwerpunkt waren Schachtanschlusssysteme für den Übergang von PE-Leitungen auf Betonschächte. Dabei werden Schachtfutter werkseitig in den Betonschacht eingegossen und vor Ort mittels Elektroschweißmuffe mit dem PE-Rohr verbunden.

Themen wie Dichtheit, Abwinklung und Ausreißfestigkeit betreffen genau jene Schnittstellen, die in der Praxis häufig kritisch sind. Der Rundgang zeigte damit auch: Betriebssichere Infrastruktur entscheidet sich oft im Detail.

ACO erläutert auf der IFAT 2026 Lösungen für Linienentwässerung und Baumbewässerung

ACO GmbH: Regenwasserbehandlung direkt in der Linienentwässerung

ACO: Linienentwässerung und Baumbewässerung

Die ACO GmbH zeigte eine Lösung, bei der Regenwasserbehandlung direkt in die Linienentwässerung verlagert wird. In einem Einlaufkasten werden Sedimentation und Filtration kombiniert.

Die aufbereitete Wassermenge kann anschließend zur Baumbewässerung genutzt werden. Interessant ist dabei die Verbindung mit Speichersystemen, Füllstandssensoren und Feuchtesensoren im Wurzelraum. Auf dieser Basis lässt sich Bewässerung automatisiert auslösen.

Perspektivisch können Wetterprognosen und Erfahrungswerte genutzt werden, um Speicherstände vor Starkregenereignissen zu steuern und verfügbare Speicherkapazität besser auszunutzen.

Damit wird deutlich: Regenwasserbewirtschaftung entwickelt sich weiter. Es geht nicht mehr nur darum, Wasser abzuleiten oder zurückzuhalten. Zunehmend geht es darum, Wasser zu behandeln, zu speichern und im urbanen Raum gezielt nutzbar zu machen.

Amiblu zeigt GFK-Großrohre und unterschiedliche Fertigungsvarianten auf der IFAT 2026

Amiblu Germany GmbH zeigt verschiedene GFK-Großrohr-Varianten

Amiblu: GFK-Großrohre und Fertigungsvarianten

Am Stand von Amiblu Germany wurden verschiedene GFK-Großrohr-Varianten anhand eines aufgeschnittenen Demonstrationskörpers veranschaulicht.

Gegenübergestellt wurden unterschiedliche Fertigungsverfahren und Wandaufbauten, unter anderem eine im Schleuderverfahren hergestellte Wand mit größerer Wanddicke und eine gewickelte, dünnere Wandstruktur.

ISAS: Sanierung historischer Großkanäle

Das Ingenieurbüro ISAS stellte seine Tätigkeit im Bereich historischer Großprofile vor, unter anderem am Beispiel eines Sandsteinkanals in Esslingen.

ISAS erläutert die Sanierung historischer Großprofile im Kanalbestand

Das Ingenieurbüro ISAS GmbH erläutert, wie man historische Großprofile saniert.

Der Kanal ist teilweise denkmalgeschützt. Deshalb musste bei der Sanierung zwischen einem geschützten und einem nicht geschützten Abschnitt differenziert werden. Der nicht denkmalgeschützte Bereich wurde mit GFK-Inlinern saniert. Im geschützten Abschnitt erfolgte eine farbgetreue Fugensanierung mit speziell abgestimmtem Material und anschließender Hinterpressung mittels Verpressmörtel zur Wiederherstellung der Tragfähigkeit.

Die Projektverantwortlichen betonten, dass frühzeitige Abstimmungen mit der Denkmalpflege sinnvoll sind, um zeitliche und finanzielle Risiken zu minimieren.

Das Beispiel zeigt: Kanalsanierung ist im Bestand häufig mehr als Technik. Sie ist Abstimmung, Planung, Materialwahl, Bauverfahren, Denkmalschutz und Risikomanagement zugleich.

Funke präsentiert Lösungen für Regenwasserbewirtschaftung und Anbindungstechnik

Funke Kunststoffe GmbH zeigt Sedimentationsanlagen, Filtersysteme, Substrate, Versickerungsboxen und Stutzenanbindung

Funke: Regenwasserbewirtschaftung und Anbindungstechnik

Funke Kunststoffe präsentierte ein breites Spektrum rund um Regenwasserbewirtschaftung. Dazu gehörten Sedimentationsanlagen, Filtersysteme, verschiedene Substrate und Versickerungsboxen zur Speicherung oder Versickerung von Regenwasser.

Die Ausstellung verdeutlichte den Trend, immer stärker auch gelöste und neu identifizierte Stoffe zu berücksichtigen, etwa Mikrokunststoffe aus Bitumenbahnen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Anbindungstechnik für Neubau und Sanierung. Gezeigt wurde die nachträgliche Anbindung von Stutzen in Betonrohren sowie optimierte Anschlusslösungen für Schlauchliner.

Außerdem wurde ein Turbostutzen vorgestellt, dessen integrierte Schraube bei Erreichen des erforderlichen Drehmoments automatisch abbricht. Damit soll eine definierte Anpresskraft ohne Spezialwerkzeug sichergestellt werden.

Ball-B zeigt Systeme zur Rattenbekämpfung im Kanal auf der IFAT 2026

ball-b GmbH zeigt Systeme zur Rattenbekämpfung im Kanal

Ball-B: Rattenbekämpfung im Kanal

Auch betriebliche Themen waren Teil des Rundgangs. Ball-B präsentierte Systeme zur Rattenbekämpfung im Kanal, die gegenüber klassisch eingehängten Ködern eine geringere Umweltbelastung anstreben.

Das Unternehmen verfolgt nach eigener Darstellung das Ziel, den Einsatz frei im Kanal hängender Giftköder durch fest definierte, geprüfte Systeme zu ersetzen. Dadurch sollen Risiken für Mensch und aquatische Umwelt reduziert werden.

Für Abwasserbetriebe ist das Thema hochpraktisch: Rattenbekämpfung muss wirksam sein, darf aber Gewässer, Betriebspersonal und Kanalbetrieb nicht unnötig belasten.

FBS zeigt Betonbauteile als Bestandteil größerer technischer Systeme

FBS: Betonbauteile sind heutzutage nicht nur klassische Infrastruktur

FBS: Betonbauweisen als Teil größerer Systeme

Beim Bundesfachverband Betonkanalsysteme e.V. (FBS) ging es um einen Perspektivwechsel: Betonbauteile werden nicht nur als klassische Infrastruktur verstanden, sondern als Bestandteil größerer technischer Zusammenhänge.

Beispiele reichen von Regenwasserbehandlung über Havariekonzepte bis hin zu mit Kunststoff ausgekleideten Rohren mit integrierten Abwasserwärmetauschern als Beitrag zur Energiewende.

Damit wurde deutlich: Auch etablierte Bauweisen entwickeln sich weiter, wenn sie in neue funktionale Zusammenhänge eingebunden werden.

IBAK: Von der Inspektion zur intelligenten Auswertung

IBAK präsentiert digitale Werkzeuge und KI-Anwendungen für die Kanalinspektion

Von der TV-Inspektion zur intelligenten Auswertung: IBAK zeigt, wie digitale Werkzeuge und KI das Kanalmanagement verändern.

IBAK zeigte durchgängige Systemlösungen von der Inspektion bis zur Datenauswertung. Der Messeauftritt umfasste Inspektions- und Sanierungstechnik, mobile und fahrzeuggebundene Systeme sowie Software für Datenauswertung und Kanalmanagement.

Besondere Aufmerksamkeit galt Automatisierung und KI-bezogenen Softwareentwicklungen. Neben der klassischen TV-Inspektion gewinnen digitale Dienstleistungen und intelligente Auswertungsverfahren damit deutlich an Bedeutung.

Für Netzbetreiber heißt das: Daten werden wertvoller. Entscheidend ist aber nicht allein, dass Daten erhoben werden. Entscheidend ist, ob sie zuverlässig, nachvollziehbar und für konkrete Entscheidungen im Kanalmanagement nutzbar sind.

IBG erläutert Qualitätssicherung bei der UV-Linersanierung

Bei der IBG HydroTech GmbH geht es um Qualitätssicherung für UV-Linersanierung

IBG: Qualität entsteht im Prozess

Die IBG HydroTech zeigte Linersanierung mit UV anhand eines Großrohres. Im Mittelpunkt stand die Qualitätssicherung.

Die Botschaft: Qualität entsteht nicht erst bei der abschließenden Kontrolle von Werkstoffeigenschaften. Mindestens ebenso wichtig ist die Prozesssicherheit während Herstellung und Ausführung.

Standardisierte Parameter, Kontrolle vor Ort und nachvollziehbare Abläufe tragen dazu bei, dass Sanierungsergebnisse zuverlässig werden. Für Auftraggeber ist das ein zentraler Punkt, denn Sanierungsmaßnahmen sind teuer, langlebig und im Nachhinein oft nur mit großem Aufwand zu korrigieren.

JT-elektronik zeigt Mess- und Prüftechnik für Kanalnetze

JT-elektronik GmbH präsentiert Mess- und Prüftechnik mit einfachem Handling und hoher Praxistauglichkeit.

JT-elektronik: Handling und Praxistauglichkeit

JT-elektronik zeigte Mess- und Prüftechnik für Kanalnetze. Im Vordergrund standen Handling und Praxistauglichkeit, sowohl auf dem Inspektionsfahrzeug als auch bei mobiler Technik.

Auch hier wurde deutlich: Digitale Werkzeuge und KI-Anwendungen werden im Kanalbetrieb zunehmend wichtiger. Gleichzeitig bleibt entscheidend, dass Technik im Alltag robust, verständlich und handhabbar bleibt.

IFAT kompakt für das KomNetAbwasser

Der Rundgang machte deutlich, wie breit die Themen der Abwasserbetriebe inzwischen geworden sind. Regenwasserbehandlung, Mikroplastik, Rattenbekämpfung, Sanierung, Anschlussdetails, Großrohre, Qualitätssicherung, Digitalisierung und KI gehören heute zu einem gemeinsamen Aufgabenfeld.

IKT-Stand auf dem Gemeinschaftsstand von German Water Partnership auf der IFAT 2026

IKT auch mit eigenem Stand dabei auf dem Gemeinschaftsstand von German Water Partnership

Für die Teilnehmer des KomNetAbwasser war die Live-Übertragung ein kompakter Zugang zu ausgewählten IFAT-Themen. Wer nicht selbst in München sein konnte, erhielt dennoch einen fachlich geführten Einblick in aktuelle Entwicklungen der Branche.

Genau darin liegt der Mehrwert des Netzwerks: Informationen werden nicht nur gesammelt, sondern eingeordnet. Ausstellerkontakte werden nicht nur besucht, sondern mit den Fragen der Abwasserbetriebe verknüpft. Und technische Entwicklungen werden nicht nur gezeigt, sondern im Hinblick auf ihre praktische Relevanz diskutiert.

Gemeinsam die unterirdische Infrastruktur weiterentwickeln

Fahnen Messe München

IFAT 2026

Der IFAT-Rundgang zeigte auch, wie wichtig der Austausch zwischen kommunaler Praxis, Forschung und Wirtschaft ist. Viele der besuchten Aussteller gehören zum Kreis oder fachlichen Umfeld des Vereins der Wirtschaft zur Förderung des IKT e.V.

Der Verein ist einer der beiden Trägervereine der IKT gGmbH. In ihm engagieren sich Unternehmen der Bauwirtschaft und Industrie, Ingenieurbüros, Dienstleister, Institute und Vereinigungen, die die Arbeit des IKT unterstützen und die Entwicklung der unterirdischen Infrastruktur aktiv begleiten möchten.

Für interessierte Firmen bietet eine Mitgliedschaft die Möglichkeit, näher an den Fragestellungen der Netzbetreiber zu sein, fachliche Impulse aus der Praxis aufzunehmen und den Austausch mit dem IKT-Netzwerk zu vertiefen.

Mitglied im Verein der Wirtschaft zur Förderung des IKT e.V. werden

Unternehmen, Ingenieurbüros, Dienstleister, Institute und Verbände, die sich fachlich einbringen und die Arbeit des IKT unterstützen möchten, sind herzlich eingeladen, Mitglied im Verein der Wirtschaft zur Förderung des IKT e.V. zu werden.

Der Verein bietet ein Forum für Diskussion, Erfahrungsaustausch und Meinungsbildung zwischen Wirtschaft und IKT. Zugleich unterstützt er die ideelle und aktive Förderung der IKT-Forschung für eine technisch innovative, qualitativ hochwertige, bürger- und umweltfreundliche sowie wirtschaftlich tragfähige unterirdische Ver- und Entsorgungsinfrastruktur.

Informationen zum Verein der Wirtschaft zur Förderung des IKT e.V.

IFAT 2026 Iain Naismith

Bye-bye, IFAT 2026! Bis in zwei Jahren…

Fazit: Gute Infrastruktur entsteht im Austausch

Gute Infrastruktur entsteht nicht allein im Labor, nicht allein im Betrieb und nicht allein am Messestand. Sie entsteht dort, wo Praxis, Forschung und Wirtschaft miteinander ins Gespräch kommen.

Der IFAT-Rundgang für das KomNetAbwasser hat genau das gezeigt: Das IKT bringt Perspektiven zusammen, ordnet technische Entwicklungen ein und macht aktuelles Branchenwissen für Abwasserbetriebe nutzbar.

 

Kontakt:
IKT - Institut für Unterirdische Infrastruktur
neutral, unabhängig, gemeinnützig

Telefon +49 (0) 209 17806-0
E-Mail: info@ikt.de

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