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Arbeitshilfe: Qualitätssicherung bei der Lineranbindung

Beitrag vom 21. September 2016
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Anbindung eines Liners mittels Harz

Werkstoffwechsel bei der Lineranbindung: Passende Verfahren und Materialien gibt es für alle Werkstoff­kombinationen. Es kommt aber auch auf die Ausführung an.

Bei der Kanalsanierung werden häufig zunächst Liner in die Haltungen eingezogen, die Schächte werden gegebenenfalls später instand gesetzt. Werkstoffwechsel sind hierbei an der Tagesordnung. Verfahren und Materialien für die Lineranbindung gibt es für nahezu alle Werkstoffkombinationen. Doch wer weiß schon, ob hinterher alles dicht und fest ist?

Das IKT hat im Rahmen eines Forschungsprojekts zur Infiltrations­dichtheit bei Werkstoff­wechseln eine praktische Arbeitshilfe für die Qualitätssicherung von Lineranbindungen entwickelt. Der Abnahmekatalog hilft dem Auftraggeber, Maßnahmen zur Lineranbindung und deren Abnahme sinnvoll zu begleiten und so Fehler zu vermeiden.

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Mörtel und Harze richtig verarbeitet?

Los geht es schon bei der Verarbeitung der Materialien. Dabei sind die vom Hersteller herausgegebenen technischen Merkblätter zu beachten. Auch klimatische Randbedingungen müssen kontrolliert werden, wenn sie Auswirkungen auf das zu verarbeitende Produkt haben können. Bei Reaktionsharzen ist es mit Blick auf die Haltbarkeit sinnvoll, das Produktionsdatum zu überprüfen. Auch die Kontrolle der zulässigen Lagerungsbedingungen – zum Beispiel der Schutz vor Frost auf dem Baustellenfahrzeug – kann Hinweise zur Sanierungsqualität geben.

Gute Haftbedingungen?

Inspektion eines mit Harz eingebundenen Liners

Optische Inspektion: Sind die Materialien sauber verarbeitet worden? Sitzt die Manschette?

Bei der optischen Inspektion der fertigen Anbindung sollte auf die saubere Verarbeitung der Materialien geachtet werden. Zum Beispiel sollte der Rand der Harzbeschichtung nicht auf glatter Fläche auslaufen, sondern in einer Kerbe verankert sein. Immer gut: zu Dokumentations­zwecken viele Fotos machen. Um den Haftverbund zu kontrollieren und mögliche Hohllagen zu finden, wird die Beschichtung abgeklopft. Per Fingerdruck lässt sich der Grad der Aushärtung überprüfen. Achtung: Handschuh nicht vergessen!

Sitzt die Manschette?

Bei dem Einbau von „Hardware“ wie Liner-End-Manschetten sind die Einbauanweisungen zu befolgen. Hier können die Lage der Manschette und das Abflussbild Hinweise auf den korrekten Einbau geben. Auch ein Blick auf die Flächen, an denen die Dichtungen der Manschette anliegen, kann lohnen. Deren Ebenmäßigkeit kann für die Dichtheit entscheidend sein. Falten im Liner machen es den Dichtungen schwer ihrer Arbeit nachzukommen.

Vertragen sich die Materialien?

Abklopfen mit Schraubendreher

Klopftest: Durch Abklopfen lassen sich mögliche Schwachstellen im Haftverbund und Hohllagen finden.

Bei drückendem Grundwasser erfolgt vor der Anbindung in der Regel eine Vorabdichtung mit Stopfmörtel oder durch eine Injektion. Zwischen Mörtel beziehungsweise Injektionsgut und dem im Anbindungs­verfahren eingesetzten Harz kann es zu Material­unver­träglich­keiten kommen, die den Sanierungserfolg gefährden können. So erklärte im Forschungsprojekt ein Hersteller, dass sich die in seinem Stopfmörtel enthaltenen Zusätze aus PE negativ auf das Haftvermögen des Harzes an der Kontaktfläche auswirken können. Eine Überprüfung der Verträglichkeit der Komponenten ist deshalb angeraten.

Dichtheitsprüfung bei Bedarf

Wenn die Sanierungen anhand des Abnahmekatalogs kontrolliert und begleitet werden, sind konstruktive Merkmale der unterschiedlichen Varianten zur Lineranbindung hinreichend überprüft. Sollten Zweifel an der Infiltrations­dichtheit der Gewerke bestehen, besteht grundsätzlich die Möglichkeit, die sanierten Schächte einer Dichtheits­prüfung zu unterziehen. Inwieweit das Aufwand-Nutzen-Verhältnis einer solchen Prüfung vertretbar ist, muss im Einzelfall bewertet werden.

Umfangreiche Forschung

Fotografieren von Lineranbindungen

Wichtig: Fotos zur Dokumentation

Das IKT und seine Projektpartner haben im Forschungsprojekt „Infiltrationsdichtheit bei Werkstoffwechseln und Übergängen im Zusammenhang mit der Fremdwassersanierung“ weitere Aspekte untersucht:

  • Vergleichende Untersuchungen: Leistungsfähigkeit von Sanierungsverfahren für Hausanschluss­stutzen
  • Untersuchung: Bautechnische Risiken für Werkstoffwechsel und Übergänge
  • Versuche: Auftriebseffekte an Hausanschlussleitungen
  • Versuche: Langzeitverhalten von Verfahren der Fremdwassersanierung
  • Handlungsempfehlungen: Bauabnahme unter dem Aspekt der Infiltrations­dichtheit

Projektpartner waren der Lehrstuhl für Hydrologie und Flussgebietsmanagement der Technischen Universität München und das Institut für Wasserwesen, Siedlungs­wasser­wirtschaft und Abfalltechnik an der Universität der Bundeswehr München.

Langfassung
Anlage
Kurzfassung

Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Martin Liebscher
Telefon: 0209 17806-23
E-Mail: liebscher@ikt.de

 

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