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IKT-LinerReport 2017: Vier gewinnt

Beitrag vom 05. Februar 2018
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LinerReport 2018

Der LinerReport 2018 ist da!
Hier lesen Sie den IKT-LinerReport 2018

Noch zu viele Liner erfüllen nicht alle vier Prüfkriterien gleich­zeitig. Oft gute Ergebnisse bei Einzel­kriterien. Aber nur wer alle vier Mindest­werte erreicht, ist wirklich gut.

Zum vierzehnten Mal legt das IKT – Institut für Unter­irdische Infra­struktur seinen jährlichen LinerReport vor. Er basiert auf mehr als 2.100 Schlauch­liner­proben, die im Jahr 2017 auf Baustellen zur Qualitäts­kontrolle entnommen und von der IKT-Prüfstelle für Schlauch­liner untersucht wurden.

LinerReport 2017

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E-Modul leicht schwächer

Im Durchschnitt erreichen 97,4% der Liner das geforderte E-Modul. Das sind 1,5 Prozentpunkte (%P) weniger als 2016 und 1,7 %P weniger als 2015, dem bisherigen Spitzenwert aller IKT-LinerReports. Daraus lässt sich allerdings noch kein Trend ablesen, zumal 15 von 25 Sanierungsfirmen dieses Kriterium zu 100% erfüllen, eine sogar mit zwei Linersystemen.

Biegefestigkeit auch schwächer

Prüfung an Linerprobe im IKT-Labor

Niedrigere Durchschnittwerte: Biegefestigkeit und E-Modul schwächer als in den Vorjahren

Ein ähnliches Bild ergibt sich auch beim Prüfkriterium Biegefestigkeit. Auch hier gibt es einen niedrigeren Durchschnittswert als in den beiden Vorjahren (-0,8 %P bzw. -1,7 %P). Zwar bestehen 14 Sanierungsfirmen alle Prüfungen zu 100%, doch die Streuung der Ergebnisse ist deutlich breiter geworden. So liegt das Schlusslicht bei nur 70% bestandener Prüfungen.

Wanddicke mit großer Streuung

Ebenso liegen die Ergebnisse des Prüfkriteriums Wanddicke im Durchschnitt unter denen der beiden Vorjahre, nämlich um -1,7 %P gegenüber 2016 und um -0,9 %P gegenüber 2015. Die Streuung ist bei der Wanddicke deutlich größer als bei E-Modul und Biegefestigkeit, das Schlusslicht liegt bei 60% bestandener Prüfungen.

Wasser-Dichtheit auf hohem Vorjahres-Niveau

Prüfung der Wasserdichtheit im IKT-Labor

99,1 Prozent dichte Proben: Firmen haben Wasser-Dichtheit im Griff.

Beim Prüfkriterium Wasser-Dichtheit bleibt es beim hohen Durchschnittsniveau des Vorjahres, nämlich bei 99,1% bestandener Prüfungen. Es weist damit den höchsten Durchschnittswert aller vier Prüfkriterien auf. Dabei bestehen 17 Sanierungsfirmen alle Dichtheitsprüfungen. Das Sanierungsziel Wasser-Dichtheit haben die meisten Firmen erfolgreich in den Griff bekommen.

Vier gewinnt

Idealerweise erfüllt eine Schlauchlinerprobe alle vier Prüfkriterien (E-Modul, Biegefestigkeit, Wanddicke und Wasser-Dichtheit) gleichzeitig. Sind weniger als vier Kriterien erfüllt, so ist dies nicht ausreichend. Das gilt insbesondere, weil das DWA-M 144-3 (ZTV Sanierung) diese Kriterien explizit zur Qualitätsbeurteilung heranzieht. Diese ZTV ist heutzutage weitgehend akzeptierter Standard und liegt den meisten Sanierungsverträgen zugrunde.

Der Anteil der Linerproben, die in 2017 alle vier Prüfkriterien gleichzeitig bestehen, liegt bei 63% (Vorjahr: 61%). Zwar ist es erfreulich, dass diese Quote besser geworden ist, unübersehbar bleibt jedoch, dass mehr als ein Drittel der Linerproben mindestens ein Prüfkriterium nicht erfüllt. Dem Anspruch einer qualitativ hochwertigen Kanalsanierung werden sie so nicht gerecht.

Spitzengruppe: Der „100%-Club“

Die Qualitätsmaßstäbe aus den Verfahrenszulassungen für Schlauchliner sind nur dann erfüllt, wenn alle vier Prüfkriterien zugleich bestanden sind. Im Jahr 2017 gelingt dies 9 von 25 Sanierungsfirmen (Vorjahr: 5 von 22). Sie bestehen die Linerprüfungen zu 100%. Eine Firma schafft diese Bestleistung sogar mit zwei verschiedenen Linersystemen.

Zum „100%-Club“ gehören in 2017 neun Sanierungsfirmen:

  • Diringer & Scheidel Rohrsanierung mit RS CityLiner
  • Geiger Kanaltechnik mit Alphaliner
  • Hamers Leidingtechniek mit Alphaliner
  • Jeschke Umwelttechnik mit Alphaliner und mit Brandenburger Liner
  • Kanaltechnik Agricola mit iMPREG Liner
  • Koßmann Kanal- und Umwelttechnik mit SAERTEX Liner
  • KTF Kanal-Technik-Friess mit iMPREG Liner
  • LTS – Lilie Tief- und Straßenbau mit SAERTEX Liner
  • Max Bögl Stiftung mit Brandenburger Liner

Den Firmen, die im LinerReport 2017 mit 100prozentiger Leistung glänzen, verleiht das IKT auf Wunsch ein Siegel, das ihre Leistung deutlich sichtbar dokumentiert. Damit können diese Unternehmen ein Jahr lang – bis zum LinerReport 2018 – auf ihre makellose Bilanz aufmerksam machen.

Fazit: Es ist noch Luft nach oben

Messung der Wanddicke mit der Präzisionsschieblehre

Streuung bei Wanddicke besonders groß: Schlusslicht schafft nur 60 Prozent bestandene Prüfungen.

Das Maß der Dinge ist bei der Materialprüfung von Schlauchlinern, dass alle vier Prüfkriterien E-Modul, Biegefestigkeit, Wanddicke und Wasser-Dichtheit erfüllt sind. Diese Anforderung erreichen im Jahr 2017 lediglich 63% der vom IKT geprüften Linerproben, 37% hingegen nicht. Das bedeutet, dass ein beachtlicher Teil der Linerproben nicht alle Sollwerte erreicht, die durch Zulassungen, statische Berechnungen oder Auftraggeber vorgegeben sind. Dem Anspruch des Schlauchlining-Verfahrens, eine über Jahrzehnte dauerhafte Renovierung schadhafter Altrohre zu sein, wird so nur bedingt Genüge getan.

Dass dieser Anspruch erfüllbar ist, zeigen die neun Sanierungsfirmen, denen es in 2017 gelingt, bei allen ihrer geprüften Proben alle vier Kriterien zu bestehen. Drei von ihnen schaffen es sogar, diese Bestleistung fünf Jahre in Folge konstant abzuliefern. Unmöglich ist es also nicht.

Drei-Punkt-Biegeversuch im IKT-Labor

Knick in der Qualitätskurve: Bei drei von vier Prüfkriterien leicht schlechtere Werte als in den Vorjahren

Für die anderen Sanierungsfirmen bedeutet dies: Bei der Qualität ist noch genug Luft nach oben. Und für die Auftraggeber heißt es: Weiterhin auf die Qualitätssicherung achten und darauf bestehen, dass alle vier Prüfkriterien erfüllt werden. Ansonsten ist die Dauerhaftigkeit von Sanierungsmaßnahmen fraglich.

LinerReport 2017

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IKT-Prüfstelle für Schlauchliner

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